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Europäische Nerze und sibirische Feuerwiesel ziehen insgesamt elf Jungtiere groß
Foto: Ben Ulrich
Neuwied, 15. Juli 2026 – Bei den Marderartigen des Zoo Neuwied herrscht derzeit reger Betrieb: Gleich zwei selten gehaltene Marderarten haben in diesem Frühjahr erfolgreich Nachwuchs bekommen. Mitte Mai brachte ein Europäisches Nerzweibchen fünf Jungtiere zur Welt, nur kurze Zeit später folgte bei den sibirischen Feuerwieseln ein Wurf mit sechs Welpen.
„Beide Nachzuchten sind für uns ein großer Erfolg“, freut sich Kurator Florian Bonenkamp. „Besonders wertvoll ist der erneute Nachwuchs bei den Europäischen Nerzen.“ Die streng geschützte Art gilt als eine der am stärksten bedrohten Säugetierarten Europas und ist in Deutschland in ihrem natürlichen Lebensraum bereits seit rund 100 Jahren ausgestorben. Im größten Zoo in Rheinland-Pfalz kamen Mitte Mai fünf Jungtiere zur Welt – drei Männchen und zwei Weibchen. Das Muttertier ist dasselbe Weibchen, das bereits im vergangenen Jahr erfolgreich Nachwuchs im Rheinland aufgezogen hat.
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Nach den ersten Wochen, die die Jungtiere gut geschützt in ihrer Wurfhöhle verbrachten, werden sie nun zunehmend selbstständiger. Neugierig erkunden sie ihre Anlage, planschen im Wasser und beginnen feste Nahrung aufzunehmen. „In diesem Alter werden die Jungtiere, die gar nicht mehr so klein sind, jeden Tag aktiver und mutiger. Mit etwas Geduld können Besucher sie inzwischen regelmäßig bei ihren Erkundungstouren beobachten, vorwiegend am Nachmittag“, berichtet Florian Bonenkamp.
Die Nachzucht ist Teil des Erhaltungs- und Wiederansiedlungsprogramms von EuroNerz e. V., an dem sich der Zoo Neuwied seit 2024 beteiligt. Nach der Aufzucht werden die Tiere an den Verein übergeben. Dort wird entschieden, ob sie künftig in anderen zoologischen Einrichtungen zur Zucht eingesetzt oder im Rahmen von Wiederansiedlungsprojekten ausgewildert werden. „Dass unsere Nachzuchten ganz konkret zur Stabilisierung einer vom Aussterben bedrohten Art beitragen können, macht dieses Projekt für uns besonders wertvoll“, freut sich der Kurator. Über den Winter hinweg wird dann wieder ein Rüde in das Gehege einziehen, während das Weibchen zurück in die Zuchtstation geht.
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Nur kurze Zeit nach den Nerzen gab es auch bei den sibirischen Feuerwieseln Grund zur sechsfachen Freude: vier Männchen und zwei Weibchen wurden geboren. Erst seit Oktober 2025 lebt im Zoo Neuwied wieder ein harmonierendes Zuchtpaar zusammen: ein inzwischen zweijähriger Rüde und ein vierjähriges Weibchen. Die erfolgreiche Nachzucht zeigt, dass sich die Zusammenstellung bewährt hat.
Wie bei den meisten Marderarten verbrachten auch die Feuerwiesel ihre ersten Lebenswochen verborgen in der Wurfhöhle. Inzwischen sind die kleinen Räuber regelmäßig im Gehege unterwegs. „Feuerwiesel sind ausgesprochen lebhafte und tagaktive Tiere. Gerade die Jungtiere sorgen jetzt für besonders viel Bewegung in der Anlage und sind mit etwas Glück sehr gut zu beobachten. Da lohnt sich der weite Weg bis zum höchsten Punkt des Zoos umso mehr“, lacht Florian Bonenkamp. Sibirische Feuerwiesel gehören nach wie vor zu den seltenen Tierarten in deutschen Zoos. Umso wichtiger ist jeder Zuchterfolg für den Erhalt einer genetisch vielfältigen Reservepopulation.
Wer sich bei seinem Zoobesuch etwas Zeit nimmt und die Tiere aufmerksam beobachtet, wird mit spannenden Einblicken in das Verhalten dieser faszinierenden kleinen Raubtiere belohnt.

