Versorgungslücke: Stadt und Volkshochschule sichern Übergang mit eigenem Angebot an Sprachkursen
Fotos Ulf Steffenfauseweh (Archiv).
Seit Dezember vergangenen Jahres sorgt die Aussetzung zahlreicher Zulassungen zu Integrationskursen bundesweit für erhebliche Unsicherheit bei Betroffenen und Bildungsträgern. Insbesondere Menschen aus EU-Staaten sowie weitere besonders schutzbedürftige Gruppen konnten seitdem keine Zulassung mehr zu einem Integrationskurs erhalten. Für viele Zugewanderte bedeutete das einen abrupten Stopp ihres geplanten Sprach- und Integrationswegs.
Zwar hat das Bundesministerium des Innern inzwischen angekündigt, die Einschränkungen ab Juni wieder lockern zu wollen.

Fotos Ulf Steffenfauseweh (Archiv): Bürgermeister Peter Jung zusammen mit VHS-Leiterin Jutta Günther und Fachbereichsleiterin Meike Pfeiffer.

In der Praxis ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass neue Zulassungen kurzfristig tatsächlich wieder möglich sein werden. Hintergrund ist, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zunächst interne Umstellungen vornehmen muss. Wie lange dieser Prozess dauern wird, ist derzeit unklar. Er kann sich jedoch über mehrere Monate erstrecken. Anträge, die während dieser Übergangsphase eingehen, werden weiterhin abgelehnt. Zudem hängt die Zahl der künftig möglichen Zulassungen von der verfügbaren Haushaltslage ab.
Um den betroffenen Menschen dennoch eine Perspektive zu bieten, reagiert die Volkshochschule Neuwied nun mit einem eigenen Sprachkursangebot, das aus dem Integrationsbudget der Stadt finanziert wird. Der Kurs orientiert sich in Aufbau und Umfang eng am klassischen Integrationskurs und umfasst insgesamt 600 Unterrichtsstunden. Er richtet sich an Menschen, die aufgrund des aktuellen Zulassungsstopps derzeit keinen Zugang zu einem regulären Integrationskurs erhalten können. Nicht vorgesehen ist das Angebot für Personen, die bereits einen Integrationskurs absolviert haben.
„Mit dem neuen Angebot wollen wir die entstandene Versorgungslücke schließen und den betroffenen Menschen trotz der aktuellen Situation weiterhin einen strukturierten Zugang zu Sprachförderung und gesellschaftlicher Integration ermöglichen“, betont Bürgermeister Peter Jung.
Interessenten für den täglich stattfindenden Kurs werden gebeten, sich so schnell wie möglich – spätestens aber bis zum 27. Juli - bei der Volkshochschule Neuwied unter 02631 8025510 melden. Der Kursstart ist nach den Sommerferien vorgesehen.

Fotos Ulf Steffenfauseweh (Archiv): Bürgermeister Peter Jung in einem Integrationskurs