
Förderprojekt kommt 60 Kindern der AWO Kita Am Schloßpark zu Gute
Foto: Felix Banaski
Hitzetage mit Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius gab es in diesem Sommer schon so viele, dass sich wohl kaum noch jemand die Mühe macht, sie mitzuzählen. Für Abkühlung an solchen Tagen sorgen in Neuwied das Freibad der Deichwelle oder das Familienfreibad in Oberbieber. Doch heutzutage ist es längst keine Selbstverständlichkeit mehr, dass alle Menschen schwimmen können. Um Kindern einen sicheren Umgang mit Wasser zu vermitteln, ihnen zu ermöglichen, schwimmen zu lernen und dabei eine Menge Spaß zu haben, hat die AWO Kita Am Schloßpark 2024 das Projekt „Sicher im Wasser“ ins Leben gerufen. Mit tatkräftiger Unterstützung des städtischen Kinder- und Jugendbüros (KiJub), der Neuwieder Bürgerstiftung und der Sparkasse Neuwied konnten in diesem Jahr 60 Kinder in Oberbieber kostenfrei an Schwimmkursen teilnehmen.
Warum Schwimmkurse?
Die Teilnahme an den Kursen bietet den Kindern der AWO Kita nicht nur die Möglichkeit, in einer geschützten Umgebung Ängste abzubauen, spielerisch eine neue Fähigkeit zu erlernen und ihr Gemeinschaftsgefühl und das eigene Selbstvertrauen zu stärken, sondern stellt für viele von ihnen auch ein echtes Ferien-Highlight dar. Zudem zielt das Förderprojekt nicht zuletzt auf ein Mehr an Chancengerechtigkeit ab, da es ausdrücklich auch Kinder aus Familien, die sonst wenig Zugang zu Schwimmkursen haben, anspricht. Damit befindet es sich ganz im Einklang mit den Zielen, denen sich die Stadt Neuwied als erste Kinderfreundliche Kommune in Rheinland-Pfalz selbst verschrieben hat. Dass bei den Kindern ein grundsätzlicher Bedarf nach den angebotenen Schwimmkursen besteht, ist ohnehin unbestreitbar: „Von den 60 Kindern zwischen sechs und elf Jahren, die in diesem Jahr die drei Kurse besucht haben, konnten zu Beginn nur sechs bereits schwimmen“, macht der stellvertretende Leiter der AWO Kita Harald Kopp deutlich. Erfahrungsgemäß schwimmen etwa 10 bis 15 Kinder am Ende der zweiwöchigen Kurszeit so gut, dass sie erfolgreich die Seepferdchen-Prüfung ablegen können.

Foto: Felix Banaski
Ein echtes Gemeinschaftsprojekt
Dass das Projekt in diesem Sommer bereits das dritte Jahr in Folge durchgeführt werden konnte, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. „Wir hatten schon 2024 den Wunsch, die Schwimmkurse zu verstetigen“, erklärt Anne Hertling, Einrichtungsleiterin der AWO Kita Am Schloßpark. „Dass es bis jetzt geklappt hat, ist der tollen Unterstützung unserer Kooperationspartner zu verdanken.“ Tatsächlich musste in den vergangenen Jahren immer wieder neu geplant werden, denn: „Förderprogramme von Bund und Land haben leider häufig sehr kurze Laufzeiten, weshalb es schwierig ist, Planungssicherheit herzustellen“, erläutert Neuwieds Bürgermeister Peter Jung. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde vom Neuwieder Stadtjugendamt vor einigen Jahren der „Neuwieder Weg“ ins Leben gerufen: ein dauerhaftes Förderprogramm, das von den Bedarfen der Kinder und Familien aus denkt und durch die stetige Initiative zahlreicher lokaler Akteure getragen wird.
Auch bei der Realisierung der diesjährigen Schwimmkurse kam der Neuwieder Weg zum Tragen: Das KiJub selbst konnte für das Projekt Fördermittel aus dem „Ferienprogramm RLP“ akquirieren. Durch eine Anfrage an die Förderer des Neuwieder Wegs wurde die Sparkasse Neuwied auf das Projekt aufmerksam und stellte mit Hilfe der eigenen „WIR FÜR HIER“-Stiftung kurzerhand eine Spende in Höhe von 2.000 Euro zur Verfügung. Dass die Kurse im Familienfreibad Oberbieber überhaupt durchgeführt werden können, ist dem Engagement der Neuwieder Bürgerstiftung zu verdanken. Seit Ende 2023 betreibt sie das Bad ehrenamtlich und in kompletter Eigenregie. Für die Durchführung der Kinder-Schwimmkurse öffnet die Bürgerstiftung das Familienbad außerhalb der regulären Zeiten und stellt vor Ort das Personal: Schwimmlehrer, Badeaufsicht, Kioskbetrieb.
Hand in Hand zu mehr Chancengerechtigkeit
Für Bürgermeister Peter Jung und KiJub-Sozialpädagoge Stephan Amstad ist die erneute erfolgreiche Durchführung der Schwimmkurse eine Bestätigung dafür, dass der eher unkonventionelle Neuwieder Weg sich bewährt. „Das ist aber nur möglich, weil wir in der Stadt und der Region zahlreiche engagierte Akteure haben, die sich für die Zukunft unserer Kinder einsetzen und mit denen wir seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten“, machen beide deutlich. Für Charly Starfeld, Vorsitzender der Neuwieder Bürgerstiftung, ist die Unterstützung des Projekts selbstverständlich: „Es ist gut für die Kinder, das ist für mich am wichtigsten.“ Thomas Paffenholz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Neuwied, betont: „Genau für solche Projekte, die nachhaltig zum Wohl der Menschen in unserer Stadt beitragen, ist die Stiftung ‚WIR FÜR HIER‘ gedacht.“ Für Anne Hertling zeigt das Projekt eindrucksvoll, was durch die starke und kontinuierliche Zusammenarbeit in Neuwied erreicht werden kann. „Kinder zu fördern, bedeutet, ihnen Chancen für ihre Zukunft zu eröffnen – und das wird in Neuwied großgeschrieben.“

