Kreis Neuwied. Unsere Welt ist elektrisch, vom Zähneputzen mit der elektrischen Zahnbürste, über den Rasierer, bis hin zum ständigen Begleiter in der Hosentasche: dem Smartphone. Sie alle haben dieselbe Kraftquelle: Lithiumakkus oder –batterien. Die hohe Energiedichte, geringe Selbstentladung und lange Lebensdauer machen sie längst zu einem Schlüsselbestandteil der modernen Gesellschaft. Doch enden die kompakten Energiespeicher irgendwann im Hausmüll, so werden sie zu einer ernstzunehmenden Gefahr.     
Brandgefährlich
Lithiumbatterien/-akkus sind aufgrund ihrer hohen Energiedichte und Reaktionsfreudigkeit mit Wasser selbstentzündend. Werden sie im Müll mechanischem Druck ausgesetzt, etwa beim Kippen der Tonne, beim Umladen auf dem Wertstoffhof oder in der mechanischen Behandlung in unserer MBA , so können sie explodieren oder in Brand geraten.

Auch Feuchtigkeit oder Hitze in der Tonne können die Selbstentzündung auslösen. Täglich entstehen in Deutschland auf diese Weise bis zu 30 giftige Batteriebrände. Feuer, die durch solche brennende Akkus angefacht werden, sind mit normalen Mitteln gar nicht löschbar und können sich schnell unkontrolliert entwickeln. Es sind Fälle bekannt, in denen derartige Brände 5.000 Quadratmeter Fläche verbrannt haben. Dies stellt nicht nur eine lebensgefährliche Gefahr für die Mitarbeitenden vor Ort da, sondern kann auch Umwelt und Anwohner gefährden. Hinzu kommen erhebliche finanzielle Schäden, die letztlich die Allgemeinheit trägt.   

Die versteckte Gefahr
Die meisten Bürgerinnen und Bürger bringen ihre klassischen Gerätebatterien bereits ordnungsgemäß zu den entsprechenden Sammelstellen. Jedoch entsorgen sie dann mit den Blinkeschuhen ihrer Kinder, der singenden Geburtstagskarte von Oma oder ihren E-Zigaretten unwissentlich tickende Zeitbomben in den Rest-, Papier- oder Hausmüll. Denn auch diese Dinge enthalten Lithiumionenbatterien, welche sich nicht nur entzünden, sondern auch sehr giftige Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium und Blei in den weiterzuverarbeitenden Müll abgeben können.

Der richtige Entsorgungsweg (Gerätebatterien und -akkus)
Alle Formen von Lithiumionenspeichern, egal ob es sich dabei um Akkus, Powerbanks oder Gerätebatterien handelt und egal wie klein sie auch sind, dürfen niemals in den Hausmüll gegeben werden! Ist der Akku in einem Elektrogerät fest verbaut, so darf dieses im Ganzen (bis 25cm Größe) überall dort unentgeltlich abgegeben werden, wo ähnliche Geräte verkauft werden (abhängig von der Verkaufsfläche – nachzulesen unter § 17 des ElektroG). Der Rücknahmefinder von Plan E (zu finden unter: e-schrott-entsorgen.org) der Stiftung Elektro-Altgeräte Register zeigt an, wo sie alte Elektrogeräte kostenfrei abgeben können. Unsere Wertstoffhöfe nehmen ebenfalls kleine wie auch große Elektroaltgeräte an. Batterien und Vapes dürfen hingegen an jedem Geschäft/Kiosk abgegeben werden, welches diese oder ähnliche vertreibt, unabhängig davon, ob diese auch dort erworben wurden.

Auto- und Industriebatterien 
Das Batteriegesetz unterscheidet grundsätzlich zwischen verschiedenen Batteriearten: Neben den oben beschriebenen klassischen Gerätebatterien und -akkus (Monozellen Typ AA oder AAA, Knopfzellen, Blockzellen), führt es auch Auto- und Industriebatterien. Autobatterien sind in erster Linie beim Hersteller zurückzugeben, der zur Abnahme verpflichtet ist. Sie werden in haushaltsüblichen Mengen aber auch an unserem Schadstoffmobil angenommen. Industriebatterien, wie sie beispielsweise in E-Bikes verbaut sind, müssen nach gesetzlicher Vorgabe direkt an den Hersteller oder Vertreiber zurückgegeben werden. Dabei ist jeder Hersteller bzw. Vertreiber, der Produkte derselben Art in seinem Sortiment führt, verpflichtet, die Akkus kostenfrei zurückzunehmen. Diese können unsere Wertstoffhöfe nicht abnehmen.

Wie geht es weiter?
Im Recyclingprozess der alten Batterien und Akkus werden eine Vielzahl seltener und wertvoller Materialien, wie neben Lithium beispielsweise Kobalt, Nickel, Mangan und manchmal Silber, wiedergewonnen, die direkt zurück in die Batterie- und Akkuherstellung fließen.    Hierdurch reduziert sich der Bedarf an neuen sogenannten Primärrohstoffen. Dies trägt wesentlich dazu bei, unsere Umwelt zu schonen und Abfall effizient zu reduzieren.     
Für weitere Informationen und bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Abfallberatung oder konsultieren Sie das Abfall-ABC unter der Website abfall-nr.de.