Oktoberprogramm über unglückliche Umstände und die harte Wirklichkeit
Das Medium Film ist so vielfältig und wandlungsvoll wie das Leben selbst. Mit Hilfe von bewegten Bildern können Szenarien so realistisch konstruiert werden, dass es den Zuschauenden erscheint, als wäre das Dargestellte Teil ihrer eigenen Erlebniswelt und als würden sie regelrecht in die Geschehnisse hineingesaugt werden. Andererseits können Filme auch einen ganz nüchternen Blick auf Ereignisse oder Entwicklungen richten und diese sachlich und objektiv dokumentieren. Dieses breite Spektrum der Filmkunst, das zudem die gesamte Palette der menschlichen Emotionen abzudecken vermag, wird in bester Regelmäßigkeit durch das Neuwieder Programmkino „Minski“ bedient. Die sorgfältig von Programmgestalter Michael Mertes ausgewählten Filme garantieren bei aller Abwechslung doch stets eines: beste Kinounterhaltung.
Zum Auftakt wirft das Minski einen schonungslos ehrlichen Blick auf die Lebensrealität vieler Menschen in unserem Land. Es zeigt den Arbeitsalltag in einer Reinigungsfirma und den rauen Umgangston und Stress, der hier vorherrscht. Doch es gibt auch eine menschliche Seite, die da hervortritt, wo sich Chefin Heike für das Bleiberecht ihres Mitarbeiters Selam einsetzt, der mitten im Asylverfahren steckt. „Ich verstehe Ihren Unmut“ läuft am Mittwoch, 7. Oktober, im Minski.
Warum Alessandra und Valerio zusammen im Bett landen, ist den beiden selbst nicht ganz klar, immerhin wird ihnen doch sehr schnell bewusst, dass die Chemie zwischen ihnen nicht stimmt. Das zieht unangenehme Konsequenzen nach sich, denn in ihrem neuen Lehrerinnenjob trifft Alessandra Valerio plötzlich wieder, da er der Schulleiter und somit ihr Chef ist. Als sie dann wider jede Wahrscheinlichkeit durch den One-Night-Stand auch noch schwanger wird, ist die Katastrophe endgültig perfekt und beide sind gezwungenermaßen mit der Frage konfrontiert, wie sie damit und miteinander umgehen sollen. „Amore und Basta!“ wird am Mittwoch, 14. Oktober, im Minski gezeigt.
Der in die Jahre gekommene Klavierstimmer Harry ist seiner Leidenschaft treu geblieben und repariert in seiner Werkstatt die Instrumente reicher Leute. Dabei geht ihm sein Lehrling Niki zur Hand, der einst als Wunderkind am Klavier galt, aber dann an Hyperakusis – einer Überempfindlichkeit für laute Geräusche – erkrankte und seitdem nicht mehr spielen kann. Als Harry ins Krankenhaus muss, liegt es an Niki, die Firma am Laufen zu halten. Da er um die Schulden Harrys weiß und seinem väterlichen Freund helfen möchte, geht er einen Deal mit dem zwielichtigen Uri ein, der Niki aufgrund seines feinen Gehörs für einen Einbruch engagiert. „The Piano Tuner“ läuft am Mittwoch, 21. Oktober, im Minski.
Zum Abschluss wird im Minski am Mittwoch, 28. Oktober, der Film „Sechswochenamt“ gezeigt. Für Lore bricht eine Welt zusammen, als sie ihre Mutter im ersten Corona-Lockdown verliert. Doch anstatt vernünftig zu trauern und sich mit ihren eigenen Gefühlen auseinandersetzen zu können, muss sie Traueranzeigen schreiben, einen Sarg aussuchen und das Sechswochenamt organisieren, denn das Leben nimmt auf Schicksalsschläge keine Rücksicht, sondern geht schonungslos weiter.
Jeden Mittwochabend öffnet sich um 19.30 Uhr der Vorhang im Kino Schauburg, Heddesdorfer Straße 84, für einen außergewöhnlichen Film im Rahmen des Programmkinos Minski. Kinokarten kosten sieben Euro für Erwachsene und 5 Euro für Schülerinnen und Schüler und können über eine Online-Buchung zur Sitzplatzreservierung auf www.kinoneuwied.de erworben oder an der Abendkasse gekauft werden.