wollen Kräfte in einem Betrieb bündeln
Viele ähnliche Aufgabenbereiche – Steuerrechtliche Fragen werden positiv bewertet

13.05.2026
 Neuwied. Ähnliche Herausforderungen und Aufgaben, aber doppelte Strukturen: Die Servicebetriebe Neuwied und die Stadtwerke Bendorf planen zum 1. Januar 2027 den Zusammenschluss zu den „Servicebetrieben Bendorf Neuwied" als gemeinsame Anstalt öffentlichen Rechts (AöR). Nach intensiven Vorprüfungen liegen nach Angaben der beiden kommunalen Dienstleister die rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die effiziente interkommunale Kooperation vor. Die gemeinsame AöR würde einen leistungsstarken kommunalen Betrieb mit über 230 Beschäftigten schaffen.

Die geplante gemeinsame AöR ist eine Reaktion auf wachsende Herausforderungen, denen kommunale Dienstleister gegenüberstehen. Begrenzte Budgets, der zunehmende Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Digitalisierung sowie die Notwendigkeit saisonaler Flexibilität machen eine Bündelung der Ressourcen erforderlich. Beide Betriebe unterhalten derzeit parallel komplette Infrastrukturen für Personal, Verwaltung, IT, Rechnungswesen, Fuhr- und Gerätepark sowie Materialbeschaffung.
„Es wird zunehmend unwirtschaftlicher, diese Strukturen doppelt vorzuhalten. Wir sehen deutliche Vorteile darin, unsere Leistungen zu bündeln, zumal wir in unmittelbarer Nachbarschaft agieren", erklären Stefan Herschbach, Vorstand der Servicebetriebe Neuwied. Peter Schneider, Erster Beigeordneter der Stadt Bendorf, pflichtet dem deutlich bei: „Im Rahmen der Wirtschaftsplanung 2026 hatten wir bereits darauf hingewiesen, dass die Wasser- und Abwassergebühren in Bendorf ab 2027 steigen müssen. Ohne den Zusammenschluss würden uns in den kommenden Jahren die Kosten unkontrolliert weglaufen, zumal die gesetzlichen Anforderungen deutlich steigen.“  
Das Aufgabenspektrum beider Betriebe weist erhebliche Überschneidungen auf: Abwasserbeseitigung, Bauhof, Straßenunterhaltung und Winterdienst, Grün- und Friedhofspflege, Trinkwasserversorgung sowie technische Dienstleistungen. 
In den vergangenen Monaten wurden steuerliche, rechtliche und wirtschaftliche Fragen geprüft, um belastbare Fakten für die Prüfung beim Finanzamt vorzulegen. Die für beide Kommunen wichtige Umsatzsteuerbefreiung ist Voraussetzung für die „Servicebetriebe Bendorf Neuwied" und wird nach Einschätzung der Verantwortlichen erreicht.
Beide Seiten haben sich auf intensive Workshops verständigt, um Detailfragen zu klären. Themen wie IT-Integration, Gebührenabrechnung, Rechnungswesen, Finanzen und Personal müssen noch abgearbeitet werden. 
Am 8. Juni findet eine gemeinsame Sitzung von Verwaltungsrat und Werkausschuss statt, in der beide Seiten den geplanten Zusammenschluss bekräftigen wollen. Bendorf und Neuwied kooperieren bereits seit zehn Jahren in der Wasserversorgung. Diese Zusammenarbeit erfolgt nach Angaben der Verantwortlichen fair, offen und mit gegenseitigem Respekt. Sie ist laut Herschbach und Schneider eine gute Grundlage, die auch für die künftige gemeinsame AöR gelten soll.