Der Hass, die Brutalität und die rechte Hetze, die von immer jüngeren Neonazis ausgeht, müssen einen bis ins Mark erschüttern. Oftmals wurden in der Vergangenheit die von jugendlichen Neonazis begangenen Straftaten nur halbherzig verfolgt. Doch es muss deutlich werden, dass der Rechtsstaat es nicht zulässt, wenn rechte Gewalt von bandenähnlichen Gruppierungen hierzulande und anderswo betrieben wird. Insofern ist die jüngste Großrazzia gegen die rechte Szene, insbesondere die Jugendszene, in der Tat ein wichtiges Zeichen, dass der demokratische Staat endlich tätig wird, um die rechten Verbrecher dingfest zu machen und durch die Justiz einer gerechten Strafe zuzuführen.
Es ist geradezu unerträglich, wenn insbesondere junge Menschen ihre kriminelle Energie an politisch anders Denkenden auslassen und Angst und Schrecken verbreiten. Allzuoft wurde der konsequente Kampf gegen rechts nur in Sonntagsreden beschworen und hatte rein deklaratorischen Charakter. Neben dem selbstverständlich notwendigen politischen Kampf gegen die rechte Szene muss der Rechtsterrorismus, von dem wir inzwischen zu Recht sprechen, selbstverständlich auch juristisch erfolgen. Denn das, was diese Herrschaften sich leisten, sind keine Kavaliersdelikte, sondern schwere und schwerste Straftaten. Bleibt zu hoffen, dass nach der jüngsten Großrazzia in Zukunft öfters mit juristischen Mitteln und durch konsequenten Polizeieinsatz die braunen Herrschaften belangt werden und die Drahtzieher ebenfalls strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Denn die Einzigen, die davon profitieren können, sind die in weiten Teilen rechtsextreme AfD und generell die Feinde unserer Demokratie.

