
Viermal Musik im Jungen Schlosstheater
(Text: Gerd Finkemeier / Foto: Johannes Hoff) - Musik, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnte, wurde im Januar auf der Kleinkunstbühne Neuwied im Jungen Schlosstheater präsentiert.
Dabei hatte das Team um Marcel Gruner Anfang des Monats gleich zweimal die „Hausband“ eingeladen: Corzilius, Dames & Hoff (CDH). Und die lieferten - auf gewohnte Weise, aber mit immer neuen Ideen. Markenzeichen von CDH sind unbekannte Lieder von bekannten Künstlern, was ältere Semester noch als B-Seiten von Platten kennen. Die werden dann neu arrangiert und oftmals mit perfektem dreistimmigen Satzgesang garniert. Wie immer wurden die drei von ihrem Publikum begeistert gefeiert und mussten einige Zugaben geben.
Ein Abschied stand dann auf dem Programm: Marcel Adam – der unvergleichliche Charmeur, Chansonier, Komponist und Musiker will nach mehr als 40 Berufsjahren aufhören. Aber einmal musste er noch nach Neuwied kommen, wo ihn ein enthusiastisches Publikum nach 3-stündigem Programm feierte. Natürlich hatte er auch wieder seinen fantastischen virtuosen Akkordeonisten Christian di Fantauzzi dabei. Von Aznavour bis Moustaki reichte ihr Repertoire, Lieder auf Französisch, Deutsch und Mundart. „Der darf nicht aufhören, der muss wiederkommen!“, war Kommentar eines Besuchers.

Corzilius, Dames & Hoff eröffneten das Jahr mit ihrem Neujahrskonzert bei der Kleinkunstbühne Neuwied. Foto: © Johannes Hoff
Nur selten gelingt es der Kleinkunstbühne Künstler nach Neuwied zu locken, die schon den Deutschen Kleinkunstpreis gewonnen haben. Mit knapp 100 Plätzen ist die Kapazität im Jungen Schlosstheater einfach zu klein. Eine Ausnahme gab es jetzt mit Simon & Jan. Die beiden waren vor 9 Jahren schon einmal in Neuwied und hatten versprochen, dass sie wiederkommen.
Nachdem sie inzwischen die großen Bühnen schon mit Konstantin Wecker und Reinhardt Mey geteilt und weitere Preise abgeräumt haben, jetzt auch für sie ein besonderes Erlebnis, noch einmal ganz hautnah am Publikum zu sitzen.
„Ihre Lieder zielen ins Hirn und treffen ins Herz“, schrieb einmal ein Kritiker. Stimmt! Und so wurden auch die Besucher im JuSch getroffen. Hochmusikalisch bearbeiten sie ihre Gitarren und kombinieren Sozialkritik mit grandiosem Unsinn.
Was für alle vier Termine gilt: Das Publikum war begeistert und alle Künstler wurden zum Schluss mit stehenden Ovationen gewürdigt; keine Selbstverständlichkeit bei den oftmals kritischen Kleinkunst-Besuchern. So vielfältig kann Musik sein – und so erfolgreich, wenn sie auf so hohem Niveau präsentiert wird. Weiter so, Kleinkunstbühne!
Informationen zum Programm und Karten gibt es unter www.kleinkunstbuehne-neuwied.de. Die nächsten Gäste werden im März Reinhard-Mey-Interpret Stefan Eichner und der Mathematiker Timm Sigg sein.
Die Kleinkunstbühne wird getragen vom gleichnamigen gemeinnützigen Verein. Wer den Verein unterstützen möchte, außergewöhnliche (Klein-)Künstler, die sonst wohl kaum den Weg hierher finden würden, nach Neuwied zu holen oder Auftrittsmöglichkeiten für junge, noch unbekannte Künstler zu schaffen, kann unter www.kleinkunstbuehne-neuwied.de ein Antragsformular zur Mitgliedschaft im Verein finden.


