Foto: Verena Groß/Stadt Koblenz
Das Stadtbaummanagement der Stadt Koblenz muss in den kommenden Wochen 80 Bäume fällen. Sie sind so stark geschädigt, dass sie sich nicht mehr erholen und, sind bereits abgestorben, oder werden in Kürze absterben. Auch müssen einige Bäume entfernt werden, da ihre Stand- und Bruchsicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Aus Gründen der Verkehrssicherung ist die Stadt verpflichtet, in solchen Fällen zu handeln.

Abgestorben sind unter anderem drei Mehlbeeren an der Realschule plus auf der Karthause. Auch eine Esche an der Simmerner Straße sowie vier Robinien an der Eisbreche in Metternich sind nicht mehr zu erhalten. Aufgrund mangelnder Stand- und Bruchsicherheit müssen außerdem unter anderem vier Bäume an der IGS Pollenfeld sowie weitere Bäume im Sportpark Oberwerth und auf der Bezirkssportanlage Asterstein gefällt werden.

Die Zahl von 80 zu fällenden Bäumen ist nach Angaben des Stadtbaummanagements nicht ungewöhnlich. Vor allem Straßenbäume haben aufgrund ihrer schwierigen Standortbedingungen häufig eine verkürzte Lebenserwartung. Ihnen steht oft nur wenig Wurzelraum zur Verfügung. Teilweise wurden sie auf Schuttstandorten gepflanzt, was die Wurzelentwicklung zusätzlich erschwert. Entsprechend empfindlich reagieren sie auf Trockenheit und Hitze. Hinzu kommen Krankheiten und Pilzbefall. So kann beispielsweise der Brandkrustenpilz die Standsicherheit eines Baumes erheblich beeinträchtigen, obwohl dieser äußerlich noch gesund erscheint. In solchen Fällen ist eine Fällung aus Sicherheitsgründen häufig unvermeidbar.

Das Stadtbaummanagement muss unter anderem einen etwa 70 Jahre alten Silberahorn in der Beethovenstraße in Koblenz fällen. Er stirbt ab. Foto: Verena Groß/Stadt Koblenz

Nicht jeder Baum, der derzeit braune Blätter hat oder geschwächt aussieht, muss jedoch gefällt werden. Eine Rosskastanie am Schwanenteich nahe der Mainzer Straße ist bereits weitgehend entlaubt, ihre braunen Blätter liegen auf dem Boden. Wie viele andere Rosskastanien leidet sie unter der Rosskastanien-Miniermotte, deren Larven im Inneren der Blätter leben. Zusätzlich wird sie häufig von einem Pilz befallen, der die Blattbräune verursacht. Die Kastanie wird deshalb in den kommenden Jahren regelmäßig kontrolliert. Erst wenn ihre Vitalität oder Standsicherheit deutlich nachlässt, werden weitere Maßnahmen erforderlich.

Neue Gewöhnliche Rosskastanien werden in Koblenz nicht mehr gepflanzt. Stattdessen setzt das Stadtbaummanagement auf widerstandsfähigere Arten und Neuzüchtungen. „An der Mainzer Straße testen wir, wie gut sich neue Züchtungen und andere Kastanienarten, beispielsweise aus Nordamerika, als Straßenbäume bewähren“, sagt Stadtbaummanager Stephan Dally. Sie gelten als deutlich widerstandsfähiger gegenüber Miniermotte, Blattbräune und den zunehmenden Hitzebelastungen.

Die vollständige Liste aller zu fällenden Bäume steht auf der Internetseite des Eigenbetriebs Grünflächen- und Bestattungswesen, koblenzer-stadtgruen-friedhoefe.de,  unter „Aktuelles“ zum Download bereit.