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Das Konzert ELIAS am kommenden Sonntag bildet den Höhepunkt des Jahres für die Kirchenmusik im Kirchenkreis Wied. Der Neuwieder Konzertchor tritt erstmals mit einem Oratorium unter der Leitung des neuen Kreiskantors Simon Schumacher in der Neuwieder Marktkirche auf. Ob es die fast 120 Mitwirkenden auf der Bühne, die charakterstarken neun Solisten, das ehrenamtliche Engagement der knapp 70 Sängerinnen und Sänger des Konzertchors oder einfach die ergreifende Musik Mendelssohn Bartholdys sind - das zweistündige Konzert verspricht bei angenehmen Temperaturen in der Neuwieder Marktkirche ein Leckerbissen für Kulturfans zu werden. Dabei sind die jüngsten ebenso herzlich eingeladen - Kinder bis 17 Jahren haben freien Eintritt, um so ganz unverbindlich ein echtes Sinfonieorchester zu erleben - wie auch aktiv: der jüngste Solist ist gerade einmal acht Jahre alt.
Mendelssohns ELIAS ist wahrscheinlich die packendste Bibelgeschichte, die musikalisch vertont wurde: Der Prophet aus dem alten Testament, der alle Emotionen durchlebt: Angst, Wut, Flehen, Zuversicht, Staunen. Dabei ist seine Vita aktueller denn je: Dürre, todkrankes Kind, Burnout, Verfolgung – in harten Zeiten, die Elias nur zum Teil selbst verschuldete, findet der starke Mann nach Schwächephasen durch Gottvertrauen immer wieder neue Kraft. Bemerkenswert ist Mendelssohns Kompositionstechnik, wie er die verschiedenen Rollen von Engel, Königin, Witwe, Elias und zwei weiteren Propheten charakterisiert, sie in Dialog bringt und den großen Chor teils als Volk, teils als kommentierende Stimme einsetzt. Und so vermag die Geschichte zwar alt und heute weitgehend unbekannt sein - gemeinsam mit dem Orchester Schöneck Ensemble wird sie ganz lebendig und hautnah erlebbar!

Der Neuwieder Konzertchor hat als Auswahl-Projektchor des Evangelischen Kirchenkreises Wied ein halbes Jahr wöchentlich an dem opulent besetzten Werk geprobt; eine echte Herausforderung, wie die Sängerinnen und Sänger zu berichten wissen. In den Proben wurden Melodien geübt, Texte auf ihre Verständlichkeit geprüft, Rhythmen erlernt und auf dieser Basis schlussendlich Musik gemacht. "Es ist der schönste Moment für den Chor, wenn wir spüren, dass die harte Arbeit plötzlich in eine musikalische Leichtigkeit mündet", berichtet Simon Schumacher, der seit einem Jahr in der Nachfolge von Kirchenmusikdirektor Thomas Schmidt Amt und Gruppenleitung übernommen hat. "Natürlich ist man mit so einem großen und großartigen Werk nie wirklich fertig, findet immer noch Stellen, die man verbessern kann - aber am Ende präsentieren wir am Sonntag ein authentisches Ergebnis, von Menschen auf die Bühne gebracht, die Ihre Nachbarn sein könnten und die ihre Zeit in ein Hobby investieren, von dem am Ende alle etwas haben, das alle genießen können, die ins Konzert kommen und sich diese seltene Gelegenheit nicht entgehen lassen." Immerhin gab es den letzten ELIAS vor genau 30 Jahren in der Marktkirche, davor 1980. "Dieses Werk ist mir seit meiner Studienzeit ans Herz gewachsen. Es braucht aber einiges an Lebenserfahrung und Expertise mit Solisten und dem Orchester, um gerade diese emotional packende Geschichte auf die Bühne zu bringen", so Schumacher.

Mit Ella Gehrmann, Lena Heun und Jean Philipp Chey hat der Kreiskantor drei jungen Sängern der Musikhochschule Frankfurt die Chance gegeben, sich bei dem Werk zu beweisen. Den titelgebenden Propheten Elias singt der Koblenzer Bariton Peter Rembold: "Er hat - wie ich - schon ein bißchen mehr in seinem Leben erlebt; das werden die Zuhörer vom ersten Ton an spüren, wie zupackend er die Rolle gestalten wird", schwärmt Schumacher, der im Vorfeld des Konzertes bereits mehrere einzelne Probentermine mit den verschiedenen Solostimmen hatte. Dazu gesellt sich die die Cappella Vocale Neuwied, die als Kammerchor für besondere Momente sorgen wird. Abgerundet wird das Konzerterlebnis durch ein innovatives Lichtkonzept, durch das die einzelnen Szenen dieser Kirchen-Oper ihre eigene Wirkung noch besser entfalten können.
Das Konzert beginnt am Sonntag, 31. Mai um 17 Uhr. Die Abendkasse mit einer Karte für jeden, der kommt, wird ab 16:15 Uhr geöffnet sein, ebenso der Einlass in die Marktkirche. Der Eintritt kostet € 25,- mit Ermäßigungen für Schwerbehinderte, Kinder bis 17 Jahre erhalten freien Eintritt.
Fotos von privat.

