Fotograf: Tjark Thönßen (Büro Ellen Demuth)

Junges Unternehmernetzwerk Neuwied bringt Forderungen des Mittelstands nach Berlin
Fotograf: Tjark Thönßen (Büro Ellen Demuth)
Neuwied, im Mai 2026. Drei intensive Tage in Berlin nutzten Vertreter und Vertreterinnen des Jungen Unternehmernetzwerks Neuwied für den direkten Austausch mit Politik und Interessenvertretungen. Ziel der Gespräche war es, die aktuellen Herausforderungen des Mittelstands klar und unmissverständlich zu benennen und konkrete wirtschaftspolitische Verbesserungen einzufordern.
Ein zentraler Termin war das Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Ellen Demuth. Dabei überreichte die junge Unternehmerschaft ein gemeinsames Forderungspapier. „Deutschland verliert im internationalen Wettbewerb zunehmend den Anschluss, weil politische Entscheidungen zu langsam getroffen und wirtschaftliche Realitäten zu oft ignoriert werden“, erklärt Maren Hassel-Kirsche, Mitglied des Jungen Unternehmernetzwerks Neuwied sowie Hauptaktionärin der AG für Steinindustrie. „Unternehmen kämpfen täglich mit Bürokratie, langwierigen Verfahren und fehlender Planungssicherheit. Während andere Länder Investitionen erleichtern, wird Unternehmertum hier häufig ausgebremst. Das schwächt den Standort spürbar. Wir erwarten endlich konkrete Reformen statt weiterer Ankündigungen.“

Fotograf: Tjark Thönßen (Büro Ellen Demuth)

Fotograf: Tjark Thönßen (Büro Ellen Demuth)

Im Rahmen der Gespräche wurde deutlich, dass viele junge Unternehmerinnen und Unternehmer zunehmend den Eindruck gewinnen, dass der Mittelstand bei politischen Entscheidungen häufig nicht ausreichend berücksichtigt wird und stärker aus dem Blick gerät als andere wirtschaftliche Akteure. „Der Mittelstand wird in politischen Sonntagsreden regelmäßig als Rückgrat der Wirtschaft gefeiert, in der Praxis aber zu selten konsequent mitgedacht“, so Maren Hassel-Kirsche. „Viele haben inzwischen das Gefühl, dass politische Prioritäten zunehmend an der wirtschaftlichen Realität vorbeigehen. Während Anforderungen, Auflagen und Kosten ständig steigen, fehlen gleichzeitig echte Entlastungen und verlässliche Perspektiven. Diese Entwicklung ist auf Dauer nicht tragfähig. Wer den Mittelstand aber dauerhaft ignoriert, gefährdet am Ende Innovationskraft, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stabilität in unserem Land.“
Auch der Austausch bei der Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) mit Robin Borrmann und Gerrit Gramer stand im Zeichen der wirtschaftspolitischen Handlungsfähigkeit Deutschlands. Diskutiert wurde unter anderem, welche Rahmenbedingungen Unternehmen benötigen, um investieren, wachsen und Verantwortung übernehmen zu können. Deutlich wurde dabei vor allem der Bedarf an schnelleren Verfahren, weniger Regulierung und verlässlichen politischen Leitlinien.
Während des Aufenthalts verfolgten die Teilnehmenden zudem eine Plenarsitzung im Deutschen Bundestag. Dabei zeigte sich erneut, wie entscheidend schnelle und verlässliche politische Entscheidungen für die Wirtschaft sind. Viele Herausforderungen seien seit Jahren bekannt. Umso dringlicher sei jetzt deren Umsetzung. Nun komme es darauf an, konkrete Maßnahmen konsequent umzusetzen und Verfahren spürbar zu beschleunigen.
Mit Mut und Verantwortung die Wirtschaft von morgen gestalten
„Junge Unternehmerinnen und Unternehmer sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und die wirtschaftliche Zukunft aktiv mitzugestalten“, betont Kristina Kutting, IHK-Regionalgeschäftsführerin Altenkirchen und Neuwied. „Der direkte Austausch in Berlin war wichtig, um die Herausforderungen des Mittelstands klar anzusprechen und konkrete Verbesserungen einzufordern. Die Unternehmen brauchen jetzt endlich verlässliche und schnelle politische Entscheidungen, um zu investieren, Arbeitsplätze zu schaffen und Innovationen voranzutreiben.“