Fast vergessen, nun zurück im Fokus

Neuwied, 26. Februar 2026 - Foto: Hannah Reusch - Der Zoo Neuwied freut sich über tierischen Zuwachs: Ab sofort sind fünf weibliche Tiere der seltenen Haustierrasse Coburger Fuchsschaf auf der ehemaligen Anlage der Hirschziegenantilopen zu sehen. Die Tiere stammen aus dem Tiergarten Kleve und bereichern nun den Bestand des größten Zoos in Rheinland-Pfalz.

Mit dem Einzug der Coburger Fuchsschafe setzt der Zoo Neuwied ein weiteres Zeichen für den Erhalt alter und gefährdeter Nutztierrassen. Die robuste Landschafrasse besiedelte im 19. Jahrhundert weite Teile der europäischen Mittelgebirge und war wegen ihrer Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft sehr geschätzt. Doch mit dem zunehmenden Leistungswettbewerb in der Landwirtschaft geriet das Coburger Fuchsschaf vor dem Zweiten Weltkrieg fast in Vergessenheit und stand kurz vor dem Aussterben. Heute wird die Rasse auf der Vorwarnstufe der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) geführt.

Foto: Hannah Reusch

„Die fünf Schafe haben sich bereits gut in ihrem neuen Zuhause eingelebt und erkunden neugierig ihre Anlage“, erzählt Kurator Florian Bonenkamp. „Besonders auffällig ist die Wolle der Tiere: Lämmer kommen mit einem rotbraunen Vlies zur Welt. Im Alter von sechs bis zwölf Monaten hellt sich dieses deutlich auf. Im späteren beigen Fell – auch als „Goldenes Vlies“ bezeichnet – befinden sich mehr oder weniger dunkle Fasern. Dieses natürliche Farbspiel sorgt bei der Verarbeitung der Wolle für besonders lebendige und interessante Nuancen“, so der Kurator weiter.

Mit der Aufnahme der Coburger Fuchsschafe unterstreicht der Zoo Neuwied einmal mehr seinen Bildungs- und Artenschutzauftrag – und lädt dazu ein, eine fast vergessene, aber kulturhistorisch bedeutsame Schafrasse neu zu entdecken.

Foto: Hannah Reusch