Wer im Sommer nicht raus geht und die Sonne genießt, sondern nur drinnen in der „Bude“ hockt, ist selber schuld. Das ist zwar grundsätzlich richtig, trotzdem lohnt es sich in Neuwied mittwochabends von dieser Regel eine Ausnahme zu machen. Immer um 20 Uhr zeigt das Programmkino „Minski“ dann nämlich einen handverlesenen und stets ansprechenden Film, der beste Kino-Unterhaltung garantiert. Auch für den Juni hat das Minski-Team wieder ein highlightreiches Programm zusammengestellt.
Zum Auftakt erzählt das Film-Drama „Miroirs No. 3“ am Mittwoch, 3. Juni, die Geschichte der jungen Pianistin Laura. Nachdem ihr Freund auf dramatische Art und Weise bei einem Autounfall ums Leben kommt, wird Laura kurzerhand von Betty – einer Augenzeugin des Unfalls – bei sich und ihrer Familie aufgenommen. Zwischen beiden Frauen entwickelt sich bald ein immer enger werdendes Verhältnis. Darauf reagieren Bettys Mann Richard und ihr Sohn Max jedoch auffallend merkwürdig.
Astrid Lindgren gilt zu Recht als eine der bedeutendsten und erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen aller Zeiten und hat mit starken Kinderfiguren wie Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter und Michel aus Lönneberga Millionen von jungen Leserinnen und Lesern begeistert. Doch die weltbekannte Autorin war mehr als das: Als Zeitzeugin des Zweiten Weltkrieges führte sie Tagebücher, die sie als eine hochpolitische, kritische Chronistin, mutige Feministin und kluge Berichterstatterin erkennbar werden lassen. „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“ wird am Mittwoch, 10. Juni, im Minski gezeigt.
Eine Woche später läuft am Mittwoch, 17. Juni, der französische Film „Nouvelle Vague“. Um endlich aus dem Schatten seiner Freunde heraus zu treten, versucht sich der weitgehend unbekannte Filmkritiker und Journalist Jean-Luc Godard erstmalig als Filmregisseur. Zwar ist für sein Erstlingswerk „Außer Atem“ schnell ein kongeniales Duo für die Hauptrollen gefunden, allerdings bremst Godard mit seiner höchst eigenwilligen Arbeitsweise ein ums andere Mal die Dreharbeiten aus.
Obwohl ein Großteil der irakischen Bevölkerung in den 1990er-Jahren am Rande des Existenzminimums lebt, ist den Menschen dennoch auferlegt, den Geburtstag ihres Führers Saddam Hussein gebührend zu feiern. In der Schulklasse der 9-jährigen Lamia entscheidet das Los, dass sie zur Feier des Tages einen Kuchen backen soll. Das stellt das Mädchen, das bei ihrer Oma in absoluter Armut lebt, vor massive Herausforderungen, denen sie sich jedoch mit großem Einsatz stellt. „Ein Kuchen für den Präsidenten“ läuft am Mittwoch, 24. Juni, im Minski.
Das Minski ist eine Kooperation zwischen dem städtischen Jugendamt, der Volkshochschule der Stadt Neuwied sowie dem Filmtheaterbetrieb Weiler. Jeden Mittwochabend öffnet sich um 20 Uhr der Vorhang im Kino Schauburg, Heddesdorfer Straße 84, für einen außergewöhnlichen Film. Kinokarten können über eine Online-Buchung zur Sitzplatzreservierung auf www.kinoneuwied.de erworben oder an der Abendkasse gekauft werden.
