Stadtwerke Bendorf und Servicebetriebe Neuwied bündeln ihre Kräfte
21.10.26   Foto: Gerd Neuwirth/SWN
Neuwied. Die Städte Neuwied und Bendorf wollen ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen und ihre kommunalen Dienstleistungen künftig gemeinsam organisieren. Der Werksausschuss der Stadtwerke Bendorf sowie der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Bendorf haben bereits einstimmig grünes Licht gegeben. Für Oberbürgermeister Jan Einig und Bürgermeister Christoph Mohr ist der Zusammenschluss ein notwendiger Schritt.
„Wir bekommen immer mehr Aufgaben übertragen, haben aber gleichzeitig immer weniger Ressourcen, um diese zu erledigen", erklärt Christoph Mohr, Bürgermeister der Stadt Bendorf. Der Zusammenschluss sei die logische Konsequenz aus einer bereits seit fast zehn Jahren bestehenden engen Zusammenarbeit zwischen beiden Kommunen. 

Jan Einig, Oberbürgermeister der Stadt Neuwied, unterstreicht die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit: „Wir scheitern an unseren Kapazitäten, wenn wir allein weitermachen. Bündeln wir jedoch unsere Kräfte, werden wir den Aufgaben besser gerecht." Die neue Organisation wird künftig Aufgaben wie Straßenreinigung, Abwasser, Friedhöfe und Grünpflege für insgesamt rund 85.000 Einwohner übernehmen. 
Für die Bürger beider Städte dürfte es keine Rolle spielen, woher die Leistungen kommen. „Entscheidend ist, dass die Leistungen zuverlässig funktionieren“, sagt Einig.
Mohr verspricht sich vor allem mehr Flexibilität, sodass personelle Engpässe besser aufgefangen werden können: „Wenn in Bendorf ein Gärtner ausfällt, merken wir das deutlich. In Neuwied fällt das weniger auf, weil die Servicebetriebe Neuwied in sich schon größer sind.“
 

Jan Einig, Oberbürgermeister der Stadt Neuwied und Christoph Mohr, Bürgermeister der Stadt Bendorf, im Gespräch über die „Servicebetriebe Bendorf Neuwied“: Ohne einen Zusammenschluss geht es nicht mehr. Foto: Gerd Neuwirth/SWN

Einen partnerschaftlichen Austausch kennen beide Kommunen bereits aus dem Feuerwehrwesen, wo Kooperationen sogar über Kreisgrenzen hinweg selbstverständlich sind.
Beide Bürgermeister verstehen die Sorge, dass durch den Zusammenschluss die politische Einflussnahme verloren gehen könnte. Sie betonen aber: „Die kommunale Eigenständigkeit beider Städte bleibt gewahrt und die städtischen Gremien werden ihren Einfluss nicht abgeben.“
Die Stadträte beider Kommunen werden am 3. und 10. November über den Zusammenschluss beraten. Deren Zustimmung vorausgesetzt, wird ein gemeinsamer Verwaltungsrat künftig die Fachthemen besprechen, in dem beide Stadträte durch entsandte Personen vertreten sind.
Einig sieht in der kreisübergreifenden Zusammenarbeit ein vielversprechendes Modell: „Ich bin davon überzeugt, dass auch in anderen Bereichen zukünftig die Zusammenarbeit deutlich verbessert werden kann.“ 
Zunächst müssen jedoch die politischen Gremien in Bendorf und Neuwied grünes Licht für den Zusammenschluss geben.
Das vollständige Interview ist auf der Homepage der Servicebetriebe unter www.sbn-neuwied.de zu lesen.