Hammerstein im Blickpunkt: Neues Heimat-Jahrbuch 2027 des Landkreises Neuwied wurde jetzt im Weinhotel Emmel vorgestellt
Foto: Thomas Herschbach
Kreis Neuwied. Druckfrisch erschienen ist jetzt das Heimat-Jahrbuch 2027 des Landkreises Neuwied. Landrat Achim Hallerbach stellte das, auf einer mehr als hundertjährigen Tradition fußende, neue Jahrbuch für das Folgejahr 2027 gemeinsam mit den Verfassern und dem Redaktionsteam im Hotel Weinhaus Emmel in Hammerstein vor.
Die Wahl des Schauplatzes erfolgte aus gutem Grund, denn eben diese beschauliche Ortsgemeinde am Rhein ist in der neuesten Ausgabe das Leitthema des neuen Jahrbuchs. „Unter der bewährten Federführung unseres Kreisdenkmalpflegers Dr. Reinhard Lahr in Lektorat und Bebilderung des Jahrbuches ist es den sachkundigen und engagierten Autoren erneut gelungen, ein facettenreiches und faszinierendes Kompendium zu Wege zu bringen, in dem sich die Liebe zu unserer traditionsreichen Heimat auf jeder der 416 Seiten widerspiegelt“, lobte Landrat Achim Hallerbach bei der Präsentation unweit der Burgruine Hammerstein.

Tatsächlich weiß heute kaum jemand noch um die politische Bedeutung der gleichnamigen Reichsburg. Vor rund 1.000 Jahren – zwischen September und Weihnachten 1020 – wurde sie von Kaiser Heinrich II. belagert, Burggraf Otto gab auf. Zwischen 1102 und 1125 beherbergte die damals stärkste Festung am Mittelrhein die Reichsinsignien (Krone, Schwert, Reichsapfel und Zepter) und zeitweise auch Kaiser Heinrich IV., der durch seinen Bußgang nach Canossa Berühmtheit erlangte, persönlich. Zudem war Hammerstein Hauptzollstätte des Rheins. Mit einem Ausschnitt aus der ZDF Doku „Terra X: Mythos Burg – Bollwerk der Macht“ (https://www.zdf.de/play/dokus/terra-x-mythos-burg-108/mythos-burg-bollwerk-der-macht-100) konnten sich die Anwesenden dann auch in bewegter Form ein eindrucksvolles Bild von der Burg Hammerstein machen.
„Die am Fuße des Burgbergs gelegene königliche Kapelle, heute Pfarrkirche St. Georg, beherbergt darüber hinaus das älteste romanische Doppelgeläut der Zeit um 1050“, wusste Dr. Lahr von einem weiteren Alleinstellungsmerkmal zu berichten:
„Aus all den genannten Gründen sind das Ensemble von Burghaus, Kirche und Burgresten auf dem Titel abgelichtet.“
Im Kalendarium finden sich in Form von Kupfer-, Stahl- und Holzstichen, Aquatinta und Öl auf Leinwand aus einer Neuwieder Privatsammlung zudem zwölf ausgewählte historische Ansichten des Ortes vom 17. bis 20. Jahrhundert. Die älteste Darstellung stammt von J. J. Senfftel und datiert aus 1689. Jene von Merian – sie ist in einem Aufsatz abgelichtet – wurde schon 1646 gestochen. Beide zeigen die damals noch mächtige Burganlage mit sechs Türmen. Das im Kalendarium jüngste Bild stammt von Gustav Rüschhoff – einem Neuwieder Maler, Zeichner und Graphiker – und wurde kurz nach Kriegsende 1945/46 in Öl gemalt. Von ihm stammt im Übrigen auch das Wappen des Landkreises Neuwied, das er 1925 kreiert hat. 

Landrat Achim Hallerbach und Kreisdenkmalpfleger Dr. Reinhard Lahr freuen sich mit den engagierten Autoren, dass das Heimatjahrbuch 2027 jetzt auf dem Markt ist. Foto: Thomas Herschbach

„Charlotte Fichtl-Hilgers ist die `Motivgeberin´ für das Kalendarium mit den diversen Hammerstein-Ansichten. Seinerzeit hatte sie diese stattliche Sammlung mit ihrem verstorbenen Mann Hans Fichtl zustande gebracht hat“, lobte Landrat Achim Hallerbach die Kunstmäzenin, die schon seit Jahrzehnten mit ihrem Engagement die Neuwieder Kunst- und Kulturszene bereichert.
Stellvertretend für die Ortsgemeinde Hammerstein überreichte der Kreis-Chef Ortsbürgermeister Jörg Jungbluth eine Collage von neun Bildern für einen repräsentativen öffentlichen Raum in Hammerstein. „So haben all diejenigen, die sich heute noch für die Belange des Ortes einsetzen, die Geschichtsträchtigkeit ihrer Heimat und die entsprechende Wertschätzung stets vor Augen“, wies Landrat Achim Hallerbach auf die weiterreichende Symbolkraft hin.
Mit einer Auflagenhöhe von 1.900 Exemplaren zählt das 416 Seiten starke Heimat-Jahrbuch zur bemerkenswertesten Lektüre seiner Art in Rheinland-Pfalz. Als reiches Nachschlagewerk heimatkundlicher; aktueller wie historischer Beiträge gibt es in altbewährter Form und in diesmal in 29 unterschiedlichen Geschichten Einblicke in die Heimatgeschichte an Rhein, Wied und Westerwald. Darunter auch die Geschichte „Metfried von Wied: Die Enthüllung eines Jahrhunderte alten Rätsels“.
„Diese interessante Ausarbeitung stammt von dem erst 18-jährigen Oberstufenschüler Mio Neunkirchen aus Straßenhaus, der in unserem Roentgen-Museum ein Praktikum gemacht hat. Um historische Informationen zu bewahren und weiterzugeben, müssen immer wieder Nachwuchskräfte unser Autorenteam ergänzen. Gerne appelliere ich an junge Menschen in unserem Landkreis, dem Beispiel von Mio Neunkirchen zu folgen“, ist Landrat Achim Hallerbach beeindruckt. 

Ab sofort ist das Heimatjahrbuch für 10 Euro bei den Buch- und Zeitschriftenläden erhältlich; es kann aber auch in den Bürgerbüros der Stadt- und Verbandsgemeindeverwaltungen sowie direkt im Bürgerbüro des Kreishauses und im Roentgen-Museum erworben werden. Größere Mengen können dort unter 02631/803-379 geordert werden. Bei Bestellungen von mehr als zehn Exemplaren gibt es einen Vorzugspreis von 9,50 Euro.