
Neu konzipierte Ortsbezirksbegehungen bringen Ortsbeiräte, Verwaltung und Fachleute direkt zusammen
Was beschäftigt die Menschen im Stadtteil? Wo gibt es Handlungsbedarf? Welche Lösungen sind möglich? Um solche Fragen noch direkter vor Ort zu klären, nimmt die Stadt Neuwied die Ortsbezirksbegehungen wieder auf - in überarbeiteter Form. Neu ist dabei vor allem die Vorbereitung: Themen und Stationen werden bereits im Vorfeld festgelegt, damit die zuständigen Fachämter die angesprochenen Punkte vorab prüfen können. So können bei der Begehung selbst viele Fragen unmittelbar beantwortet und mögliche Lösungen direkt vor Ort diskutiert werden.
„Neuwied besteht aus vielen unterschiedlichen Stadtteilen, die jeweils ihre eigenen Themen, Stärken und Herausforderungen haben. Mir ist wichtig, dass wir diese unmittelbar vor Ort in den Blick nehmen und eng mit den Menschen zusammenarbeiten, die ihren Stadtteil besonders gut kennen“, betont Oberbürgermeister Jan Einig. „Dabei geht es nicht darum, bei einem Rundgang möglichst viele Probleme aufzuschreiben. Wir wollen gut vorbereitet gemeinsam schauen: Was können wir verbessern, welche Lösung ist möglich und wo müssen wir vielleicht auch erklären, warum etwas nicht umgesetzt werden kann?“

Direkter Austausch vor Ort: Bei der Ortsbezirksbegehung in Rodenbach informierten sich Vertreter von Stadtvorstand, Verwaltung und Ortsbeirat unter anderem über den Stand der Arbeiten am Sportplatz, dessen Erneuerung kurz vor dem Abschluss steht. Foto: Stadt Neuwied / Ulf Steffenfauseweh
Genau darin unterscheidet sich das neue Format von den Ortsbezirksbegehungen früherer Jahre. Damals wurden während der Rundgänge vielfach spontan Hinweise und Wünsche aufgenommen, die anschließend als einzelne Arbeitsaufträge in die Verwaltung gegeben wurden. Das führte nicht selten zu langen Abstimmungswegen und wiederholten Rückfragen. Heute legt die Verwaltung gemeinsam mit dem jeweiligen Ortsvorsteher bereits im Vorfeld fest, welche Themen und Stationen bei der Begehung auf dem Programm stehen. Je nach Fragestellung werden neben den zuständigen Fachämtern auch die Servicebetriebe Neuwied, die Stadtwerke oder weitere Beteiligte eingebunden. So können beim Rundgang, bei dem interessierte Bürger immer herzlich willkommen sind, konkrete Antworten gegeben und mögliche Lösungen besprochen werden.
Die Ortsbezirksbegehungen sind Teil eines neuen Konzepts für die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Ortsbeiräten. Ein Projektteam im Büro des Oberbürgermeisters hat dafür einen Masterplan entwickelt. Ziel ist es, Abläufe zu straffen, unnötigen Aufwand zu vermeiden und den Austausch unmittelbarer zu gestalten. Dazu gehören auch halbjährliche Gespräche des Oberbürgermeisters mit den 14 Ortsvorstehern, die gezielte Teilnahme von Mitarbeitern der Fachämter an Ortsbeiratssitzungen sowie eine zentrale Koordination zwischen Ortsbeiräten und Verwaltung.
„Die Ortsbeiräte sind für uns wichtige Partner, weil sie sehr nah an den Menschen und den Themen ihres Stadtteils sind“, unterstreicht Einig. „Dieses Wissen wollen wir stärker mit der Fachkompetenz unserer Verwaltung zusammenbringen. Wenn die richtigen Leute frühzeitig miteinander sprechen, können wir viele Dinge schneller klären und gemeinsam gute Lösungen entwickeln.“
Die ersten Begehungen nach dem neuen Konzept haben bereits in Irlich, Torney, Block, Heddesdorf und Rodenbach stattgefunden. Alle weiteren Ortsbezirke folgen in diesem oder dem nächsten Jahr.
