
Foto: Verena Groß/Stadt Koblenz
Bäume in der Stadt wachsen an Extremstandorten. Auch die sorgfältigste Auswahl der Baumarten, des Pflanzsubstrats und eine intensive Pflege können nicht immer verhindern, dass einzelne Bäume die besonderen Belastungen nicht überstehen. Das zeigt sich derzeit in der Südallee: In der Nähe der Rizzastraße steht eine der neu gepflanzten Vogelkirschen ohne Laub da, während die übrigen Bäume der Allee noch sattgrüne Blätter tragen. Die blattlose Vogelkirsche hat jedoch Knospen für einen Neuaustrieb im kommenden Frühjahr gebildet.
„Die neu gepflanzten Vogelkirschen in der Südallee werden regelmäßig und bedarfsgerecht gewässert. Die sogenannte Entwicklungspflege dauert drei Jahre. Die Bewässerungsgänge werden von der beauftragten Firma über ein Telematiksystem aufgezeichnet. Dass sich fast alle Bäume trotz der derzeit schwierigen Witterungsbedingungen überwiegend gut entwickelt haben, zeigt, dass die Bewässerung und Pflege greifen“, erklärt Baudezernent Prof. Dr. Andreas Lukas.
Bei neu gepflanzten Bäumen kann es dennoch vorkommen, dass einzelne Exemplare den Wechsel von der Baumschule an den neuen Standort nicht überstehen. Durch das Ausgraben, den Transport und die erneute Pflanzung verliert ein Baum zwangsläufig einen Teil seines Wurzelsystems und muss sich am neuen Standort zunächst wieder etablieren. Gerade eine Phase mit außergewöhnlich hohen Temperaturen und anhaltender Trockenheit stellt für junge Bäume eine besondere Belastung dar.

Die neu gepflanzten Vogelkirschen in der Südallee werden regelmäßig und bedarfsgerecht gewässert. Foto: Verena Groß/Stadt Koblenz
Unter diesen Bedingungen leiden derzeit teilweise auch ältere, bereits lange etablierte Bäume. Im gesamten Stadtgebiet zeigen sich bereits braune Verfärbungen. Ob die Bäume ihr Laub als Verdunstungsschutz frühzeitig abwerfen und sich im kommenden Jahr wieder erholen oder ob einzelne Bäume absterben, wird sich erst im Frühjahr zeigen.
„Das betrifft sowohl altbekannte Baumarten wie Rosskastanien als auch einige Exemplare der neuen, sogenannte Klimabäume, die mit den extremen Bedingungen dieses Sommers in Koblenz nicht klarkommen“, sagt Stadtbaummanager Stephan Dally. Abgestorbene Bäume werden nach Möglichkeit zeitnah durch Neupflanzungen ersetzt.
Auch die städtischen Rasenflächen sind von der anhaltenden Trockenheit und Hitze stark betroffen. Vielerorts sind die Flächen vollständig vertrocknet. Nach Ende der extremen Witterungsphase beginnt deshalb die Regeneration der Rasenflächen. Dazu gehören unter anderem Düngung und Nachsaat.
