Anmeldungen bei der vhs Neuwied aktuell möglich

Foto: Ulf Steffenfauseweh
Die Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Förderung der Integrationskurse für den größten Teil der Betroffenen auszusetzen, traf auch die Bildungsträger in der Deichstadt unerwartet. Auf einmal wurde zahlreichen zugewanderten Menschen die Möglichkeit genommen, die deutsche Sprache und Kultur kennenzulernen und sich schnell in ihr neues Lebensumfeld zu integrieren, um richtig in Deutschland anzukommen. Doch die Stadt Neuwied hat sich rasch auf die neuen, herausfordernden Bedingungen eingestellt und eigene Übergangslösungen gefunden. Aus Mitteln des städtischen Integrationsbudgets werden zwei Kursangebote an der vhs finanziert, die die entstandene Lücke so gut wie möglich füllen sollen: Ein Sprachkurs, der sich in Umfang und Lerninhalt am Integrationskurs orientiert, und ein Erstorientierungskurs. Beide Lernangebote starten nach den Sommerferien am 10. August – und für beide Kurse sind aktuell noch Anmeldungen bei der Volkshochschule Neuwied möglich.

Der Sprachkurs umfasst insgesamt 600 Unterrichtseinheiten in sechs Modulen. Wer erfolgreich teilnimmt, erreicht das B1-Sprachniveau und hat damit gute Möglichkeiten für den weiteren Berufs- oder Bildungsweg. Das Ersatzangebot für den Integrationskurs richtet sich an alle Personen, die vom Zulassungsstopp durch das BAMF betroffen sind oder aufgrund stornierter Berechtigungen nicht mehr teilnehmen können. Er spricht insbesondere aus dem EU-Ausland zugewanderte Menschen an, die noch keinen Integrationskurs hinter sich haben. Für eine Kursteilnahme werden Deutschkenntnisse auf dem Sprachniveau A1 vorausgesetzt – eine Alphabetisierung kann nicht geleistet werden. Wer nachweisen kann, dass er staatliche Leistungen bezieht, ist von den Teilnahmekosten für den Kurs befreit. Für alle anderen beträgt die Kursgebühr 229 Euro pro Modul. Die für die Kursteilnahme etwaig entstehenden Fahrkosten können nicht erstattet werden. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen die Prüfungsgebühren im Umfang von 160 Euro ebenso selbst tragen, wie die Kosten für Bücher und Unterrichtsmaterialien.

Bürgermeister Peter Jung, vhs-Leiterin Jutta Günther und Meike Pfeiffer (v.r.n.l.), Fachbereichsleiterin für Sprachen und Integration an der Neuwieder Volkshochschule, sind froh, trotz Zulassungsstopp des BAMF weiterhin Sprach- und Integrationsangebote für zugewanderte Menschen anbieten zu können.  Foto: Ulf Steffenfauseweh

Daneben bietet die vhs Neuwied auch einen Erstorientierungskurs (EOK) an. Dieser setzt auf basalerer Ebene an und richtet sich primär an Geflüchtete, die (noch) nicht an einem Integrationskurs teilnehmen. Liegt bei Interessentinnen und Interessenten eine Berechtigung oder sogar eine Verpflichtung zur Teilnahme an einem Integrationskurs vor, so hat dieser jedoch immer Vorrang. Der Erstorientierungskurs sorgt in 300 Unterrichtseinheiten dafür, dass die Teilnehmenden das Sprachniveau A1 erreichen. Da das Kurstempo etwas langsamer ist, eignet er sich auch als Einstieg für ältere Personen.

Anmeldungen für beide Kursangebote können bei der Volkshochschule Neuwied „Die Brücke“ vorgenommen werden. Dies ist telefonisch unter 02631/802 5510, per E-Mail an anmeldung@vhs-neuwied.de oder während der Öffnungszeiten vor Ort in der vhs, Heddesdorfer Straße 33, möglich.