
Bild: Gerd Neuwirth / SBN
Neuwied/Bendorf. Die ersten Hürden für den Zusammenschluss der Servicebetriebe Neuwied (SBN) und der Stadtwerke (SW) Bendorf wurden bereits genommen. Nun werden in Workshops die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen vorbereitet, um die Strukturen zu durchleuchten und die nächsten Schritte zu beschließen. Was ändert sich und wann, was passiert mit dem Personal, den Gebühren und den Services? Die Beteiligten der neuen „Servicebetriebe Bendorf Neuwied“ fassen die wichtigsten Antworten zusammen.
Zum 1. Januar 2027 ändert sich zunächst nichts, betont man in Bendorf und Neuwied. „Der Zusammenschluss erfolgt zunächst rein organisatorisch. Die Straßenreinigung, die Pflege öffentlicher Grünflächen und Spielplätze sowie der Winterdienst funktionieren wie bisher. Umstellungen werden schrittweise umgesetzt“, erklärt SBN-Geschäftsfeldleiter Frank Schneider.
Die Betriebe schließen sich zusammen, weil dies wirtschaftlicher ist und beide Städte davon profitieren. „Kleinere Bauhöfe wie bei uns können ihre Maschinen oft nicht voll auslasten. Gemeinsam lassen sich Personal, Fahrzeuge und Geräte einfach effizienter nutzen“, berichtet Nicole Miller aus der Werkleitung der Stadtwerke Bendorf. Der zunehmende Fachkräftemangel mache den Zusammenschluss außerdem notwendig, um weiterhin bei steigenden Anforderungen die Services anbieten zu können.

Die Werkstatt in der Hafenstraße in Neuwied. Hier werden seit einigen Jahren auch die Spezialfahrzeuge der Stadtwerke Bendorf gewartet. Bild: Gerd Neuwirth / SBN
Der Kontakt zwischen den Nachbarn besteht nicht zufällig: Ein Teil des Bendorfer Wassers kommt seit 2017 aus Neuwied, Bendorfer Spezialfahrzeuge werden in der Neuwieder Kfz-Werkstatt gewartet, neue Technik wird gemeinsam getestet und Ersatzteile werden untereinander ausgeliehen. „Der Zusammenschluss setzt konsequent um, was in Teilen schon seit Jahren gut funktioniert“, so Schneider.
Eines wollen beide Seiten vermeiden: ein ungebremstes Steigen der Gebühren. Langfristig sollen durch mehr Effizienz die Gebühren stabiler sein. „Resilienz ist gefragt. Zukunftssicherung ist das Thema und strategische Weichenstellungen sind angesagt“, betont Miller, „denn es gibt viele Faktoren, die wir gar nicht beeinflussen können: steigende Preise im Einkauf oder die Spritpreise für unseren Fuhrpark. Was das im Alltag bedeutet, spürt gerade jeder im Geldbeutel. Wichtig ist aber auch: Alle Stellen bleiben erhalten, niemand verliert seinen Job.“ Beide Betriebe suchen bereits jetzt händeringend Fachkräfte, da die gesetzlichen Anforderungen steigen: „Die Aufgabenpalette wird größer.“
Gemeinsam können Urlaubszeiten und Krankenstände flexibler überbrückt und die Arbeitsverteilung flexibler gestaltet werden. Zeit, Geld und Ressourcen sollen auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz gespart werden, die bereits im Einsatz ist, so Schneider: „Ein Beispiel sind Systeme, um Papierkörbe nur dann zu leeren, wenn sie tatsächlich voll sind.“ In Neuwied wird KI zudem bei der Planung der Straßenreinigung eingesetzt.
Wenn die Stadträte zustimmen, geht es schrittweise in die Umsetzung, werden Teamleitungen zusammengeführt, Satzungen angeglichen und Standards vereinheitlicht.
Eines bleibt aber: Auch nach dem Zusammenschluss bleiben Ansprechpartner vor Ort erhalten. Ziel ist es, die Zusammenarbeit im Hintergrund zu verbessern, nicht die Erreichbarkeit für Neuwieder oder Bendorfer Bürger einzuschränken“, betonen Nicole Miller und Frank Schneider.

