Haus Sonneneck in Anhausen eröffnet - wohnortnahe Versorgung und Selbstbestimmung im Alter werden gestärkt
Foto: Julia Hinz /Kreisverwaltung Neuwied
Kreis Neuwied. „Einen alten Baum verpflanzt man nicht.“ Ein bekanntes Zitat – und doch zeigt sich: Manchmal kann ein neuer Ort auch neue Perspektiven eröffnen. In diesem Sinne ist in Anhausen mit der offiziellen Eröffnung der Einrichtung „Haus Sonneneck“ ein neuer Ort der Gemeinschaft entstanden.
Gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Sozialministerin Dörte Schall, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach, Pierre Fischer, Geschäftsführerin Rebecca Markert, dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dirk Bottner und Ortsbürgermeister Heinz-Otto Zantop übergab Landrat Achim Hallerbach die Einrichtung offiziell ihrer Bestimmung. Bei strahlendem Sonnenschein war der Name bereits zur Einweihung Programm: Mit der neuen Wohn-Pflege-Gemeinschaft bietet das Haus Sonneneck künftig Platz für bis zu zwölf Bewohnerinnen und Bewohner und ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben mitten im vertrauten Umfeld sowie ein starkes Miteinander in der Gemeinschaft.

„Als Landrat habe ich das Projekt im Rahmen der Möglichkeiten unterstützt, da mich das Konzept von Anfang an überzeugt und begeistert hat“, erklärte Landrat Achim Hallerbach.
Fast ein Drittel der über 190.000 Menschen im Landkreis Neuwied ist 60 Jahre und älter. Vor diesem Hintergrund gewinnen wohnortnahe Angebote zunehmend an Bedeutung. Sie wirken Einsamkeit entgegen, erhalten Selbstständigkeit und bieten Unterstützung dort, wo sie gebraucht wird. Das Haus Sonneneck steht damit beispielhaft für die Pflegestrukturplanung „Gut versorgt vor Ort“ – nicht nur als Konzept, sondern als gelebter Anspruch.

Das Haus Sonneneck macht seinem Namen alle Ehre: Bei strahlendem Sonnenschein wurde die Einrichtung gemeinsam mit allen Beteiligten eröffnet. Foto: Julia Hinz /Kreisverwaltung Neuwied

„Besonders stolz macht mich, dass es gelungen ist, über eine eigens verhandelte Leistungs- und Vergütungsvereinbarung auch denjenigen Menschen den Zugang zur Wohn-Pflege-Gemeinschaft zu ermöglichen, die finanziell weniger gut gestellt sind und Unterstützung aus Mitteln der Sozialhilfe benötigen“, hob Landrat Achim Hallerbach hervor. Sein Dank galt dabei auch Agnes Ulrich, Leiterin der Sozialabteilung des Landkreises, die sich mit großem Engagement und Fachwissen für dieses Angebot eingesetzt hat.
Auch landesweit hat die Erfolgsmaßnahme Beachtung gefunden. So zeigte sich Dörte Schall beeindruckt vom spürbaren Herzblut und der starken Teamarbeit hinter der Einrichtung. Auch Bürgermeister Pierre Fischer würdigte das Haus Sonneneck als echtes Leuchtturmprojekt. Natürlich ganz im Sinne von Heinz Otto Zantop: Der Anhausener Ortsbürgermeister hat die Entwicklung seit Jahren mit großer Leidenschaft begleitet und nach wie vor leuchten die Augen des Orts-Chefs, wenn die Rede darauf kommt.
Mit der zusätzlichen Tagespflege mit 18 Plätzen entsteht zugleich ein wichtiges Unterstützungsangebot für ältere Menschen; zugleich kommt es zu einer spürbaren Entlastung für pflegende Angehörige in der Region. Die Einrichtung steht damit für einen Ort, der nicht Wurzeln kappt, sondern Verbindung schafft – zur Familie, zur Nachbarschaft und zum Dorfleben.
Ein herzliches Dankeschön richtete Landrat Achim Hallerbach an alle Beteiligten, die dieses Vorzeigeprojekt mit Herzblut möglich gemacht haben – darunter die Evangelische Sozialstation Straßenhaus, die Ortsgemeinde Anhausen, die Gemeinden des Kirchspiels sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 
„Den Bewohnerinnen und Bewohnern wünsche ich von Herzen, dass das Haus Sonneneck mehr wird als eine neue Adresse: ein Zuhause, ein Stück Heimat und ein Ort, an dem Gemeinschaft jeden Tag spürbar ist“, betonte Achim Hallerbach abschließend.