Rotschulterente und Roter Sichler als neue Vogelarten im Zoo Neuwied

Foto: Ben-Ulrich
Neuwied, 08. April 2026 - Gleich zwei neue Vogelarten sorgen seit Kurzem für farbenfrohe Akzente im Zoo Neuwied: Rotschulterenten und Rote Sichler sind in die Anlage gegenüber der Löwen, neben den Capybaras, eingezogen. Sie teilen sich das Gehege mit einem Pärchen der Nacktgesichtshokkos.

Ein Geschwisterpärchen Rotschulterenten, beide 2025 in der Stuttgarter Wilhelma geschlüpft, hat im größten Zoo von Rheinland-Pfalz ein neues Zuhause gefunden. Die zierlichen Enten stammen aus Südamerika und leben dort paarweise an Gewässern. „Besonders auffällig ist das Männchen: Es besitzt rotbraune Schultern und eine rosafarbene Brust mit dunklen Punkten“, erklärt der für diese Vögel zuständige Tierpfleger Jonas Feinkohl. „Das Weibchen hingegen zeigt sich schlichter – einfarbig braun mit markanter weißer Gesichtszeichnung.“

Rotschulterente – Foto: Ben Ulrich

Rotschulterenten sind nicht nur gute Schwimmer, sondern auch geschickte Kletterer. Häufig ruhen sie auf Ästen in Bäumen, wobei ihnen lange Zehen und kräftige Krallen Halt geben. Auch zur Brut ziehen sie sich in luftige Höhen zurück: In Baumhöhlen legt das Weibchen sechs bis zwölf Eier und bebrütet diese etwa vier Wochen lang. Nach dem Schlupf beteiligt sich auch der Erpel an der Aufzucht der Jungtiere. Die Nahrung der Tiere besteht überwiegend aus Wasserpflanzen, Samen und Insekten, die sie gerne gründelnd aufnehmen. Charakteristisch ist zudem ihre enge Paarbindung – meist bleiben Rotschulterenten ein Leben lang zusammen.

Ebenfalls neu im Zoo Neuwied sind vier Rote Sichler. Zwei Weibchen sind 2025 im NaturZoo Rheine geschlüpft, zwei Männchen stammen aus dem Zoo Landau (Jahrgänge 2021 und 2025). Die auch Roter Ibis oder Scharlachsichler genannten Vögel sind für ihre leuchtend rote Färbung mit schwarzen Flügelspitzen bekannt – wobei aktuell erst eines der vier Tiere dieses intensive Rot zeigt. Jungvögel tragen zunächst ein braunes Federkleid.

Roter-Sichler - Foto: Ben-Ulrich

„Die charakteristische Färbung entwickelt sich erst mit der Zeit und hängt eng mit der Nahrung zusammen: Farbpigmente aus Krebstieren werden während des Federwachstums eingelagert. Im Zoo wird das notwendige Carotin über das Futter ergänzt, sodass sich die typische rote Farbe nach etwa zwei bis drei Jahren mit Eintritt der Geschlechtsreife ausbildet“, erläutert der erfahrene Tierpfleger. Unverkennbar ist auch der lange, sichelförmig nach unten gebogene Schnabel der Roten Sichler. Mit ihm suchen sie im feuchten Schlick gezielt nach Nahrung wie Insekten, Krebstieren, Muscheln und kleinen Fischen. In ihrer natürlichen Heimat – den Mangrovenwäldern, Lagunen und Feuchtgebieten der Karibik sowie des nördlichen Südamerikas – leben sie gesellig und brüten in Kolonien. Ihre Nester bestehen meist aus locker zusammengetragenen Ästchen, die eine einfache Plattform bilden.

„Die beiden neuen Arten sind eine echte Bereicherung für unsere Anlage – nicht nur optisch, sondern auch vom Verhalten her“, sagt Tierpfleger Jonas Feinkohl. „Gerade die Roten Sichler entwickeln ihre intensive Färbung erst mit der Zeit, das ist für unsere Besucher besonders spannend zu beobachten.“