Seniorenbeirat lädt zu Expertenvortrag bei Sitzung am 2. März

Etwa 40 Jahre ihres Lebens gehen die Deutschen im Schnitt einer Erwerbstätigkeit nach. Wenn dann mit 67 Jahren der wohlverdiente Ruhestand lockt, freuen sich die meisten auf einen entspannten Alltag mit mehr Freizeit für die Familie, Hobbys und zum Reisen. Doch für viele Menschen sieht die Realität ganz anders aus. Knapp ein Fünftel aller über 65-Jährigen ist armutsgefährdet – Tendenz steigend. Auch in Neuwied beschäftigt das Thema Altersarmut zahlreiche Menschen – darunter die Mitglieder des städtischen Seniorenbeirats. Um sich die aktuelle Lage von einem echten Experten einschätzen zu lassen, hat das Gremium zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Montag, 2. März, den Koblenzer Sozialwissenschaftsprofessor Stefan Sell als Gastreferenten eingeladen. Alle interessierten Neuwiederinnen und Neuwieder können den Vortrag „Alt werden in Deutschland – Kreuzfahrt oder Tafel?“ kostenlos besuchen.

Inhaltlich skizziert Prof. Dr. Sell in seinem Vortrag die demografische Entwicklung in Deutschland und die Lebenswelten von Seniorinnen und Senioren. Diese sind durchaus heterogen: Während ein Teil von ihnen ein gutes Auskommen hat, wird es bei anderen zum Monatsende hin richtig eng. Anschließend zeichnet der Experte Wege auf, wie sich die Altersarmut bekämpfen ließe und gibt Anstöße für Maßnahmen, die in Neuwied ergriffen werden könnten, um die Situation für Betroffene zu verbessern und diese so zu entlasten. Dabei werden jedoch keine Patentlösungen präsentiert, denn manche Gegebenheiten lassen sich vor Ort nicht beeinflussen, sondern müssen vom Gesetzgeber gesteuert werden.

Altersarmut schränkt die Betroffenen in ihrer Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe oft empfindlich ein. Der Seniorenbeirat beschäftigt sich mit dieser ernsten Thematik, um aufzuklären und häufig vorhandene Stigmata abzubauen. Aus dem Fachvortrag möchte das Gremium Informationen und Impulse für seine weitere Arbeit ziehen. Die öffentliche Sitzung des Seniorenbeirats am 2. März beginnt um 14 Uhr in der Katholischen Familienbildungsstätte, Wilhelm-Leuschner-Straße 5. Interessierte können einfach dazukommen – eine Anmeldung ist nicht erforderlich.