
Bild: Stadt Bendorf / Theresa Artzdorf
Mit der Unterzeichnung einer Rahmenkooperationsvereinbarung haben die Stadt Bendorf und die Universität Koblenz am Montag, 10. August 2026, im Bendorfer Rathaus eine neue Stufe ihrer langfristigen strategischen Partnerschaft erreicht.
Bürgermeister Christoph Mohr und Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Wehner besiegelten mit der Unterschrift die zukünftige Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen – von Stadtentwicklung und Digitalisierung über Nachhaltigkeit bis hin zu Bildung und Wissenstransfer.
Die Vereinbarung schafft den Rahmen für gemeinsame Projekte, mit denen wissenschaftliche Erkenntnisse in die kommunale Praxis einfließen und gleichzeitig Impulse aus der Stadtverwaltung in Forschung und Lehre aufgenommen werden sollen. Ziel ist es, innovative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln, den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu stärken und die Region als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort weiter voranzubringen.

Bürgermeister Christoph Mohr (links) und Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Wehner bei der Unterzeichnung der Rahmenkooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Bendorf und der Universität Koblenz. Im Hintergrund (v. l. n. r.): Dr. Jan Fleischhauer, Prof. Dr. Almuth Sax, Nina Kelle-Gilles, M. A. und Prof. Dr. Wiebke Waburg, alle von der Universität Koblenz, Claudia Braun, Koordinatorin der Kooperation für die Stadt Bendorf, Dr. Miriam Voigt, Referat Transfer der Universität Koblenz, Werner Prümm, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft, Kultur der Stadt Bendorf. Bild: Stadt Bendorf / Theresa Artzdorf
Mit der Kooperation knüpfen Stadt und Universität an bereits bestehende gemeinsame Projekte an. Dazu zählt unter anderem das Wasserstoffforschungsprojekt „HYDROFUTURE“, wofür in der Kreuterhalle in Bendorf ein Technikum entstehen soll. Im Fokus steht der Aufbau einer Experimentalanlage zur Analyse der chemischen Wechselwirkung zwischen unterschiedlichen technologierelevanten Wasserstoffatmosphären und keramischen Funktionalbauteilen bzw. keramischem Brenngut. Die Experimentalanlage ermöglicht durch ihre sehr variablen Testmöglichkeiten die werkstoffseitige Neuentwicklung feuerfester Auskleidungen, indem die industriellen Prozessbedingungen einsatznah simuliert werden. Mittels umfangreicher nachgeschalteter Auswerteverfahren werden die eingesetzten Feuerfestwerkstoffe charakterisiert. Diese Ergebnisse sind die Grundlage für die Herstellerindustrie, zuverlässige Materiallösungen für den globalen Wettbewerb zu entwickeln. Nur durch die nachgewiesene Wasserstoffbeständigkeit der feuerfesten Werkstoffe kann die Industrie ihren Anspruch einer internationalen Marktführerschaft zukünftig festigen.
Auch ein interaktiver Stadtrundgang, den Studierende der Universität Koblenz im Rahmen des Bendorfer Zukunftprojekts „Grüne Entdeckerstadt“ bereits im Frühjahr umgesetzt haben, verdeutlicht das Potenzial der Zusammenarbeit.
Die Partnerschaft eröffnet vielfältige Möglichkeiten für weitere gemeinsame Vorhaben. Vorgesehen sind unter anderem Forschungs- und Transferprojekte in den Bereichen Stadtentwicklung, Digitalisierung und Informatik, Nachhaltigkeit und grüne Transformation, Bildung und Kultur sowie Umwelt. Darüber hinaus können wissenschaftliche Studien kommunale Vorhaben begleiten und städtische Projekte fachlich unterstützen.
Auch Praktika für Studierende, Abschlussarbeiten mit kommunalem Bezug sowie gemeinsame Workshops, Vorträge und Veranstaltungen sollen den Austausch weiter fördern.
„Die Herausforderungen unserer Zeit lassen sich am besten gemeinsam bewältigen. Mit der Universität Koblenz haben wir einen starken Partner an unserer Seite, der wissenschaftliche Kompetenz mit innovativen Ideen verbindet. Die Kooperation bietet uns die Möglichkeit, Zukunftsthemen gemeinsam voranzutreiben und neue Impulse für unsere Stadt und die Region zu setzen“, betonte Rathauschef Christoph Mohr.
Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Wehner ergänzte: „Die Zusammenarbeit mit der Stadt Bendorf zeigt, wie Wissenschaft und kommunale Praxis voneinander profitieren können. Die Vereinbarung schafft einen verlässlichen Rahmen für gemeinsame Projekte, in denen Forschung, Lehre und Transfer zum Wohle der Region miteinander verbunden werden.“
Die Rahmenkooperationsvereinbarung bildet die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Konkrete Projekte werden künftig gemeinsam entwickelt und jeweils separat vereinbart.
