Neuerwerbung zweier Werke der Objektkünstlerin Kyra Spieker für das Mittelrhein-Museum

Foto: Antje Kraus/Mittelrhein-Museum
Das Mittelrhein-Museum in Koblenz hat die Werke „Klang I“ und „Klang III“ (2009) der Künstlerin Kyra Spieker erworben. Der Ankauf wurde möglich durch die großzügige Unterstützung der „Koblenzer Kultur Stiftung“ und des Vereins „Freundinnen und Freunde des Mittelrhein-Museums und des Ludwig Museums zu Koblenz e.V.“.

Aufgewachsen in Marburg/Lahn, studierte Kyra Spieker, die 1957 geboren wurde, Keramikgestaltung an der Fachschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen und Bildende Kunst an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. In der intensiven Auseinandersetzung mit Orten und Räumen entwickelt sie ihre Entwürfe, die sich aufgrund der verschiedenen Materialien wie Folie, Papier, Glas und Aluminium in die spezifischen Situationen integrieren und einen Widerhall entstehen lassen. Ein weiterer Schwerpunkt in ihrem Werk sind Collagen sowie modulare Arbeiten aus Porzellan und Steinzeug.

Kyra Spieker lebt und arbeitet in Höhr-Grenzhausen. Als Vorstandsmitglied der AKM, der Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler am Mittelrhein, engagiert sie sich zudem für ein offenes und lebendiges Kulturleben in Koblenz.  

Kyra Spieker_Klang I und III_2009_Porzellan, Edelstahl: Kyra Spieker | Klang I, Klang III | beide 2009 | VG Bild-Kunst, Bonn 2026 | Foto: Helge Articus  

Die Bedeutsamkeit der Neuerwerbung hebt Ingo Schneider, Dezernent für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz folgendermaßen hervor: "Die Arbeiten von Kyra Spieker sind ein wunderbarer Gewinn für unsere Sammlung. In der Ausstellung der aktuellen AKM-Preisträgerin 2025 konnten wir uns alle noch einmal ein Bild vom großartigen Schaffen der Künstlerin machen. Der Koblenzer Kultur Stiftung und dem Freundeskreis unserer Museen bin ich sehr dankbar, dass sie damit einmal mehr einen solchen Ankauf möglich gemacht haben." 

„Als Vorstand einer Stiftung versuche ich stets, eine möglichst langfristige Perspektive einzunehmen“ betont Angela Müller-Valkyser, Vorstandsvorsitzende der Koblenzer Kultur Stiftung. „Gute Ankaufentscheidungen heute führen hoffentlich dazu, dass sich die Sammlung des Mittelrhein-Museums über die nächsten Jahrzehnte weiter positiv entwickeln kann. Dies wiederum ist die Grundlage dafür, dass sich auch kommende Generationen an ihrer Qualität und ihrer Ausgewogenheit erfreuen können.“

Ergänzend hierzu formuliert Elisabeth Sauer-Kirchlinne, Vorsitzende des Vereins „Freundinnen und Freunde des Mittelrhein-Museums und des Ludwig Museums zu Koblenz e.V.“: „Ohne bürgerschaftliches Engagement ist der Ausbau der Sammlung des Mittelrhein-Museums nicht möglich. Die Museumsfreunde freuen sich, dass es gelungen ist, gemeinsam mit der Koblenzer Kulturstiftung zwei Arbeiten der AKM-Kunstpreisträgerin Kyra Spieker für das Museum zu erwerben. Ihr serielles und modulares Arbeiten bereichert die Sammlung und ergänzt den Bereich der Konkreten Kunst um eine aktuelle Position.“

Mit dem Mittelrhein-Museum verbunden ist Kyra Spieker durch die 2025 dort zu ihren Ehren ausgerichtete AKM-Kunstpreisausstellung. Dr. Matthias von der Bank, Direktor des Mittelrhein-Museums, führt zu ihrem Schaffen aus: "Kyra Spieker entfaltet mit ihrer Kunst, die auf einem einfachen Modul gründet, über alle Gattungs- und Materialgrenzen hinweg eine ganze Welt. Wir freuen uns, dank der Zusammenarbeit von Kulturstiftung und Freundeskreis, dem Publikum endlich diese faszinierende Künstlerin dauerhaft präsentieren zu können."  

Kyra Spieker verdeutlicht die künstlerische und inhaltliche Ebene beider Werke folgendermaßen: „Herzlich danke ich allen beteiligten Personen, die es ermöglicht haben, dass das Relief-Duo „Klang I + Klang III“ für die Sammlung des Mittelrhein-Museums angekauft werden konnte. Die beiden gegensätzlichen Varianten eines Themas zeigen den Zusammenklang der Elemente mit ihren verschiedenen Schattenbildungen. Diese rhythmische Studie, in der Welle und Quadrat aufeinandertreffen, zählt zu meinen wichtigsten Werken aus den 2000er-Jahren. Eine geschätzte Betrachterin formulierte es so: Ein Hauch, der eine Oberfläche bewegt – wie ein Windhauch das Wasser, man sieht eine Windrichtung und spürt keinen Wind. Ruhe und Bewegung – Stillstand und Anspannung, höchste Konzentration und Gleichmaß.“

2028 werden die beiden Werke in einer Überblicksschau anlässlich des 80-jährigen Bestehens der „Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler am Mittelrhein“ zu sehen sein. 

Ingo Schneider (von links), Dezernent für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz, Angela Müller-Valkyser, Vorsitzende der Koblenzer Kultur Stiftung, Kyra Spieker, Künstlerin, Dr. Matthias von der Bank, Direktor Mittelrhein-Museum, und Monika Klee, Vorstandsmitglied Freundeskreis der Koblenzer Museen freuen sich über die Neuanschaffungen. Foto: Antje Kraus/Mittelrhein-Museum