Koblenzer Notaufnahmen des GK-Mittelrhein versorgen rund 60 000 Patienten pro Jahr 
Strukturierte Ersteinschätzung, klare Schwerpunktverteilung und gebündelte Expertise 

Foto: GK-Mittelrhein/Kai Töpfer
KOBLENZ. Wenn jede Minute zählt, sind die beiden Zentralen Notaufnahmen (ZNA) des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein in Koblenz rund um die Uhr im Einsatz: Am Kemperhof und am Ev. Stift St. Martin versorgen die Teams gemeinsam jährlich rund 60.000 Notfallpatienten. Damit bilden sie eine tragende Säule der akutmedizinischen Versorgung in Koblenz und der gesamten Region.
Die Versorgung erfolgt standortübergreifend abgestimmt und mit klar definierten medizinischen Schwerpunkten: Schwerstverletzte Patienten werden gezielt am Ev. Stift St. Martin behandelt, wo die unfallchirurgische Expertise sowie die Neurochirurgie gebündelt sind. Kinder und Jugendliche hingegen werden primär im Kemperhof versorgt, der über die entsprechenden pädiatrischen Strukturen verfügt. „Diese abgestimmte Zusammenarbeit beider Standorte ermöglicht eine zielgerichtete und qualitativ hochwertige Notfallversorgung auf höchstem Niveau“, betont Karin Stahl, Chefärztin der Notaufnahme am Kemperhof und am Ev. Stift St. Martin. „Durch klare Schwerpunktsetzungen und standardisierte Abläufe stellen wir sicher, dass jeder Patient genau dort behandelt wird, wo die beste Versorgung möglich ist.“

Beide Notaufnahmen stehen für eine hochspezialisierte, interdisziplinäre Medizin. Die Teams bestehen aus Fachärzten mit Zusatzweiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin, Ärzten verschiedener Fachrichtungen, speziell geschultem Pflegepersonal sowie Medizinischen Fachangestellten. Die enge Anbindung an die Fachabteilungen stellt sicher, dass bei Bedarf innerhalb kurzer Zeit zusätzliche Expertise zur Verfügung steht.

Sowohl im Kemperhof als auch im Ev. Stift garantieren Schockräume die unmittelbare Versorgung kritisch Erkrankter. Foto: GK-Mittelrhein/Kai Töpfer

Ein zentrales Element der Notfallversorgung ist die strukturierte Ersteinschätzung nach dem international etablierten Emergency Severity Index (ESI). Dabei bewerten speziell geschulte Pflegekräfte bereits bei der Aufnahme die Dringlichkeit anhand von Symptomen, klinischem Zustand und zu erwartendem Behandlungsaufwand. „Die Einteilung in fünf Stufen stellt sicher, dass lebensbedrohliche Notfälle sofort versorgt werden, während weniger dringliche Fälle sicher und geordnet behandelt werden. Dieses System sorgt für Transparenz, Patientensicherheit und eine effiziente Nutzung der Ressourcen“, erläutert Karin Stahl.So ist auch die kardiologische Notfallversorgung an beiden Standorten umfassend gewährleistet: Zertifizierte Chest Pain Units ermöglichen die schnelle Diagnostik und Behandlung lebensbedrohlicher Erkrankungen wie Herzinfarkt, hypertensive Krisen, Aortendissektion oder Lungenembolie.Patienten mit akuten Brustschmerzen werden direkt in diesen spezialisierten Einheiten von erfahrenen Kardiologen betreut.
Der Kemperhof ist als lokales Traumazentrum anerkannt. Neben einem Schockraum stehen eine Überwachungseinheit mit acht Monitorplätzen zur Verfügung. Besonders hervorzuheben ist die Traumaversorgung von Kindern und Jugendlichen, die hier in einem entsprechend spezialisierten Umfeld interdisziplinär mit den Kinderärzten erfolgt.
Das Ev. Stift St. Martin ist als Regionales Traumazentrum als zentraler Versorger für Schwerverletzte anerkannt. Darüber hinaus ist das Ev. Stift zertifiziertes Zentrum für Querschnittlähmung und SAV-Haus der Berufsgenossenschaften. SAV steht dabei für „Schwerstverletzungsartenverfahren“ und bedeutet, dass das Ev. Stift St. Martin für die Versorgung aller Verletzungen nach Arbeitsunfällen inklusive schwerster Verletzungen zugelassen ist, da es über eine besondere Expertise und Ausstattung sowie ein breites Spektrum von Fachgebieten in der Verletztenversorgung verfügt. Zwei Schockräume und eine Überwachungseinheit mit vier Monitorplätzen gewährleisten die unmittelbare Versorgung kritisch Erkrankter.