
Rheinbrohler Kolpingmitglied verweist auf missio-Appell an Annalena Baerbock
(Fotos: missio Aachen)
Rheinbrohl/Trier. Angesichts der anhaltenden, grausamen Verfolgung von Frauen aufgrund abergläubischer Hexenvorwürfe in weltweit 47 Ländern unterstreicht Andreas Kossmann, Mitglied der Kolpingsfamilie Rheinbrohl und journalistisch tätig, nachdrücklich die Forderung von missio Aachen. In einem Schreiben vom 3. August 2026 richtete sich das Hilfswerk an UN-Generalpräsidentin Annalena Baerbock, um einen offiziellen UN-Gedenktag gegen den weltweiten Hexenwahn zu etablieren.

Andreas Kossmann und Schwester Lorena Jenal bei ihrem Interview im Quadrathof des Trierer Priesterseminars. (Fotos: missio Aachen)
Kossmann, dessen Kolpingsfamilie im Jahr 2010 mit der Aufführung des Theaterstücks „Hexenwahn“ – basierend auf dem Schicksal der Anna Katharina Spee – ein bleibendes Zeichen gegen historische Intoleranz setzte, sieht eine direkte moralische Kontinuität zwischen dem Wirken des Jesuitenpaters Friedrich Spee und dem heutigen Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen.
„Die Auseinandersetzung mit dem Schicksal von Anna Katharina Spee hat uns in Rheinbrohl tief geprägt. Wir haben gelernt: Hexenverfolgung ist keine dunkle Episode der Vergangenheit, die in Geschichtsbüchern verblasst. Sie ist eine brandaktuelle Menschenrechtskatastrophe“, erklärt Kossmann.

Schwester Lorena am Grab von Friedrich Spee in der Gruft unter der Jesuitenkirche. (Fotos: missio Aachen)
Im Rahmen der jüngsten missio-Kampagne in Trier mit Ausstellung zum Thema "Hexenwahn" in der Jesuitenkirche und einer Diskussionsrunde auf Einladung des kfd-Diözesanverbandes und der Katholischen Kirche im Raum Trier hatte er die Gelegenheit zu einem exklusiven, rund halbstündigen Interview mit Schwester Lorena Jenal. Die Schweizer Ordensfrau, die seit Jahrzehnten in Papua-Neuguinea gegen moderne Hexenverfolgungen kämpft, berichtete eindringlich von ihrem Einsatz, bei dem sie und ihr Team über 400 Frauen vor dem sicheren Tod bewahren konnten.
„Das Gespräch mit Schwester Lorena hat mir erneut vor Augen geführt, dass Stigmatisierung und Aberglaube auch heute als Vorwand für blanke Gewalt gegen Frauen dienen“, so Andreas Kossmann weiter. „Wenn Frauen als Sündenböcke für Krankheiten oder Krisen missbraucht und systematisch verfolgt werden, ist das ein Verbrechen, das die Weltgemeinschaft nicht länger ignorieren darf. Es ist ein Akt der Menschlichkeit, den Opfern eine Stimme zu geben.“
Andreas Kossmann verweist auf das Anliegen von missio Aachen, den Vorstoß für einen offiziellen UN-Gedenktag am 10. August konsequent voranzutreiben. „Historisches Unrecht verjährt nicht, und der Kampf für die Würde der Frauen ist eine Daueraufgabe unserer Zeit. Wir brauchen diesen Gedenktag als klares Signal für Prävention, Gerechtigkeit und den Schutz der Stimmlosen weltweit.“
Link zur Themenseite von missio Aachen:
https://www.missio-hilft.de/informieren/presse/pressemitteilungen/missio-aachen-fordert-un-tag-gegen-hexenwahn/.

