Wiederbelebung einer wertvollen Kulturlandschaft

Kreisverwaltung MYK informiert über geplante Naturschutzmaßnahmen
23.01.2026    PD-Nr. 018-2026 Foto: Kreisverwaltung MYK
 KREIS MYK. Die Kirchwalder Auen in Kirchwald stehen beispielhaft für den schlei-chenden Rückgang biologischer Vielfalt in den kleinräumigen Tälern der Mittelgebirge. Einst prägte ein vielfältiges Mosaik aus Streuobstwiesen, artenreichen Mähwiesen, Tümpeln, einem naturnahen Quellbach sowie unterschiedlichen Gehölzstrukturen das Ge-biet. Durch die jahrzehntelange Aufgabe tradi-tioneller Nutzungsformen haben sich die ehemals offenen Flächen zunehmend zu dich-ten Gebüschen und Vorwaldstadien entwi-ckelt. Um den naturschutzfachlichen, land-schaftsästhetischen und kulturhistorischen Wert der Kirchwalder Auen wiederherzustellen und dauerhaft zu sichern, plant die Untere Na-turschutzbehörde der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz umfassende und aufwendige mo-tormanuelle Erstfreistellungen. Mit dem Be-ginn der Maßnahmen ist zwischen dem 26. und 30. Januar (KW5) zu rechnen. 

Im Zuge der Entbuschungsmaßnahmen fällt eine erhebliche Menge an Gehölzmaterial an. Nach fachlicher Abwägung wurde bewusst entschieden, dass nicht brennholzgeeignete Material größtenteils vor Ort zu verbrennen. Die kontrollierte Verbrennung ermöglicht eine zügige und vollständige Entfernung des Schnittmaterials, ohne zusätzliche Flächen durch Lagerung oder Abtransport zu belasten. Gleichzeitig werden Bodenverdichtungen und Störungen durch schwere Maschinen sowie zusätzliche Transportemissionen vermieden. So wird eine effiziente, ressourcenschonende und naturschutzfachlich sinnvolle Umsetzung der Maßnahme ermöglicht.

Foto: Kreisverwaltung MYK

Ziel des Projekts ist es, die fortschreitende Verbuschung zurückzudrängen, um wieder strukturreiche Offenlandbereiche zu schaffen. Darauf aufbauend sollen artenreiche, magere Grünlandbiotope entwickelt und gepflegt so-wie verlandete Gewässer- und Quellbereiche renaturiert und ökologisch aufgewertet wer-den. Das Vorhaben sichert nicht nur die Bio-diversität der Fläche, sondern wertet auch das Landschaftsbild auf. Die erforderlichen finanziellen Mittel für die Maßnahmen werden von der  Stiftung für Natur und Umwelt Rhein-land-Pfalz bereitgestellt. Da sich die Projekt-flächen überwiegend im Besitz der Ortsge-meinde Kirchwald befinden, arbeitet die Unte-re Naturschutzbehörde zudem eng mit der Ortsgemeinde zusammen.

Zum Hintergrund
Die strukturreiche Kulturlandschaft „Kirch-walder Auen“ bot einst zahlreichen, teils ge-fährdeten Tier- und Pflanzenarten einen wert-vollen Lebensraum. Durch die traditionelle Nutzung sind die artenreichen Offenlandbio-tope weitgehend verloren gegangen und ver-bliebene offene Bereiche werden zunehmend von konkurrenzstarken Arten wie der Großen Brennnessel oder dem invasiven Drüsigen Springkraut dominiert. Auch ehemals offene Gewässer- und Quellbereiche sind heute größtenteils verlandet.