– jetzt braucht es entschlossenes Handeln
Mit einer Beteiligung von über 12.500 ehrenamtlichen Einsatzkräften – rund 22 Prozent aller Feuerwehrangehörigen in Rheinland-Pfalz – zählt die neue Ehrenamtsstudie des Landes zu den umfangreichsten Untersuchungen ihrer Art. Sie gibt einen authentischen Einblick in die Lage der Freiwilligen Feuerwehren – direkt aus der Praxis, aus der Mitte derer, die das Ehrenamt tagtäglich tragen. Der Landesfeuerwehrverband (LFV) Rheinland-Pfalz dankt allen Beteiligten für ihre Mitwirkung und betont: Die Ergebnisse liefern wertvolle Impulse, viele Erkenntnisse sind jedoch nicht neu – jetzt kommt es auf die Umsetzung an.
„Die Rückmeldungen aus der Studie decken sich mit dem, was wir seit Jahren fordern“, so Frank Hachemer, Präsident des LFV. „Die Herausforderungen im Ehrenamt sind bekannt – nun müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass daraus konkrete Verbesserungen entstehen. Es darf nicht beim Erkenntnisgewinn bleiben.“
Um die vorgeschlagenen Maßnahmen zu prüfen und umzusetzen, wird ein gemeinsames „Forum Ehrenamt Feuerwehr“ von Land, Kommunen und Verband eingerichtet. Dieses soll bis Ende 2026 Empfehlungen auf ihre Umsetzbarkeit hin bewerten und konkrete Vorschläge erarbeiten. Erste kurzfristige Maßnahmen sollen bereits früher angestoßen werden.
Klar ist für den LFV auf Basis seiner Rückkopplung mit seinen zahlreichen Mitgliedern aus dem Feuerwehrwesen: Viele Punkte dulden keinen weiteren Aufschub:
● Nachwuchs gezielt stärken: Die Förderung der Bambini-Feuerwehren ist ein zentrales Anliegen. „Schon seit 2006 treibt der LFV dieses Thema voran – aus eigenen Mitteln, ohne institutionelle Förderung“, betont Präsident Hachemer. „Es braucht endlich eine pädagogische Fachkraft zur landesweiten Koordination und ein gezieltes Förderprogramm für neue Gruppen.“
● Feuerwehr in die Schulen bringen: Bereits 2014 forderte der LFV ein eigenes Unterrichtsmodul zu Selbsthilfe und Bevölkerungsschutz, eigene Pilotprojekte wurden durch den Verband in Kooperation mit lokalen Feuerwehren umgesetzt. Nun soll es Pilotprojekte in zwei Landkreisen geben – der Verband erwartet eine professionelle Umsetzung mit Beteiligung seines Fachbereichs Brandschutzerziehung.
● Strukturen modernisieren: Einheitliche Standards für Ausstattung, eine zentrale Beschaffungsplattform und digitale Lösungen in der Verwaltung sind längst überfällig – sie entlasten das Ehrenamt und sorgen für mehr Effizienz.
● Anerkennung fair gestalten: Die Forderung nach rentenwirksamer Anerkennung oder einer Prämienregelung ab 25 Jahren Dienstzeit ist keine neue – aber aktueller denn je. Auch die Ehrenamtskarte sollte mit Feuerwehrdienstjahren verknüpft werden.
● Ausbildung flexibler machen: Digitale und modulare Ausbildungsformate, eine stärkere Rolle des LfBK in der Unterstützung der Kreisausbildung und eine klare Einhaltung der gesetzlichen Fristen bei Lehrgängen sind entscheidend, um Motivation und Einstiegshürden im Ehrenamt zu senken.
● Vielfalt fördern, Kommunikation stärken: Der LFV setzt sich für mehr Frauen in Führungspositionen ein, ohne dabei Sonderstrukturen zu schaffen. Neue Zielgruppen sollen durch bessere Öffentlichkeitsarbeit, crossmediale Kampagnen und eine ergänzende Studie zur Außensicht auf das Feuerwehrwesen angesprochen werden.
„Wir brauchen keine weiteren Analysen – wir brauchen Entschlossenheit“, fasst Frank Hachemer zusammen. „Die Erkenntnisse liegen auf dem Tisch. Der LFV steht bereit, Verantwortung zu übernehmen und dem Ministerium beratend und unterstützend zu helfen – für ein zukunftsfähiges Ehrenamt Feuerwehr in Rheinland-Pfalz.“


