Am Vorabend des 1. Mai kamen die Sozialdemokraten im Stadtverband Neuwied zusammen, um auch über den zurückliegenden Landtagswahlkampf zu sprechen. In ihrer dazu formulierten Pressemitteilung brachte die SPD Freude und Stolz über das erfolgreich verteidigte Direktmandat im Wahlkreis Neuwied zum Ausdruck. CDU-Landtagskandidat Jan Petry hatte indes auf die Besonderheit hingewiesen, dass die Partei Die Linke keinen Direktkandidaten aufgestellt hatte, was dazu geführt habe, dass über 1.600 Wähler ihre Erststimme anderweitig vergeben hätten müssen. "Die Daten legen nahe, dass ein Großteil dieser Stimmen im Lager der SPD-Kandidatin gelandet ist.

Bei einem Unterschied von nur 75 Stimmen ist offensichtlich, dass diese Stimmenverlagerung im linken Spektrum das Zünglein an der Waage war", so O-Ton Jan Petry. Die Pressemitteilung der Sozialdemokraten wirkt hingegen so, als wäre überhaupt nicht zur Sprache gekommen, dass man dadurch tatsächlich sehr viel Glück hatte. Zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Wahlergebnis gehört das zweifellos dazu.