Neuwied – Der mehrfach ausgezeichnete Anbieter 66 Minuten, gibt heute tiefgreifende Veränderungen im Unternehmenskonzept bekannt. Im Zentrum steht eine Rückbesinnung auf die Anfänge, um wirtschaftlich effizienter zu werden. Ganz nebenbei gibt es ein klares Bekenntnis zu ökologischer Verantwortung.

Hintergrund: Umsatzsteuer & Wettbewerbsnachteile
66 Minuten setzte bereits vor 10 Jahren, als eine der ersten Anbieter, auf Schauspieler in den Erlebnissen. Während Anbieter in anderen Bundesländern häufig nur 7 % Umsatzsteuer zahlen, werden in Neuwied 19 % fällig. Das kostet 66 Minuten pro Jahr einen 6-stelligen Betrag – ein massiver Wettbewerbsnachteil. 

In Neuwied werden Escape Rooms nicht als Kunst anerkannt. Dies ist bundesweit ein einmaliger Vorgang. „Die im Grundgesetz verankerte Steuergleichheit gilt hier nicht und Steuerungerechtigkeit zwingt uns, die Wirtschaftlichkeit radikal neu zu denken.“ – so Oliver Grabus, Chef der fast 30 Mitarbeitenden.

Neuer Weg: „Back to the Roots“!
Personal wird verschlankt: Nach 13 Jahren ist Schluss mit der FSJ-Kultur-Einsatzstelle. Außerdem wird es keine weiteren Auszubildenden mehr geben. Drei fertig Ausgebildete in drei verschiedenen Berufen, die fest übernommen wurden, waren zu viel. Die bisherige Auszubildende Sina Lessinger (Gestalterin für immersive Medien) wird vom Neuwieder Zoo übernommen. Zoo-Marketing-Chefin Franziska Waked dazu: „Wir wussten erst nicht, was immersive Medien bedeutet. In Deutschland gibt es nur 13 in dem neuen Beruf – in der Region vier. Das reichte Zoodirektor Mirko Thiel als Grund: „Das ist scheinbar ein besonderes Geschenk, das wir gerne von 66 Minuten annehmen.“ Sina hat gerade ihre Zwischenprüfung bestanden: „Wenigstens kann ich in der Stadt bleiben und ich mag Tiere“ freut sie sich. „Vier Azubis in vier Berufen – das gibt’s vielleicht im Kino, aber nicht in einem Escape Room“, stellt Ausbilderin Luisa Kranz klar.

KI ersetzt Spielleitung – effizient & innovativ
Michael Bierhahn, Franchise Betreiber aus NRW, schreibt in seinem aktuellen Strategiepapier: „Die Branche bewegt sich weg von personalintensiven Formaten hin zu erlebnisorientierten vollautomatisierten Attraktionen.“ Und so übernimmt auch in Neuwied ab Juli ein selbst entwickelter KI-NPC (Non-Player-Character) die Spielleitung. Die Technologie entstand in dreijähriger Entwicklungsarbeit. Ein Spielleiter betreut im KI-Tandem, künftig drei bis vier Spiele, gleichzeitig. „KI-NPCs senken Kosten und bieten neue Spielmechaniken.“ schwärmt die bei 66 Minuten ausgebildete Fachinformatikerin Laura Jung.

Nachhaltigkeit im Fokus
„Heizung und Klimaanlage wurden erst kürzlich, großzügigerweise kostenfrei, von der Fürstlich Wiedischen Verwaltung neu installiert, dadurch reduzieren wir den Verbrauch deutlich.“, so der Facility Manager Patrick Junghans. Ab dem 1. Juli werden die immersiven Indoor-Formate mit Licht, Sound, Storytelling, Schauspiel und Spezialeffekten eingestellt. Was kommt? Escape Games mit klarer Rätselstruktur – ohne technische Spielereien: - Kein Wasser in den Räumen - Keine Bildschirme mit Videos - Keine aufwändigen Licht-/Soundeffekte „Aber keine Sorge, das wird trotzdem super!“ beruhigt Marketing-Managerin Nele Nachtsheim.

Über 66 Minuten
66 Minuten wurde vor über 10 Jahren als erster Escape Room Anbieter in Rheinland-Pfalz gegründet und wurde bisher als einziger Neuwieder Betrieb mit dem Titel "Markenpartner Gold Rheinland-Pfalz" sowie „TripAdvisor Travellers’ Choice Award“ ausgezeichnet. Mit fast 3.000 5-Sterne-Bewertungen gehört das Unternehmen zu den meistgeschätzten Freizeitangeboten in ganz Deutschland. Nur noch bis 30. Juni gibt es das bekannte 66 Minuten Erlebnis.