
Rheinbrohl. Der geschichtsträchtige Deutsch-Drahthaar-Zwinger „Asper“ feiert in diesem Jahr sein
Von Andreas Kossmann, Alle Fotos: Archiv Conzelmann-Zillikens
115-jähriges Bestehen. Seit der Gründung im Jahr 1911 steht dieser Name wie kein zweiter für passionierte Zucht, absolute Spitzenleistungen und eine tiefe, generationsübergreifende Familiendynastie, die heute in dritter und bereits vierter Generation gelebt wird.
Die Pionierjahre auf dem Rittergut (1. Generation)
Die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf im Jahr 1911, als der leidenschaftliche Kynologe Franz Zillikens den Deutsch-Drahthaar-Zwinger „Asper“ auf dem Rittergut Asperschlag bei Bergheim/Erft aus der Taufe hob. Von der ersten Stunde an setzten seine Hunde Maßstäbe in der Zucht. Ein historischer Meilenstein: Der Rüde „Barkas-Auenheim-Asper“, der im September 1913 die Gebrauchsprüfung in Werne an der Lippe glänzend absolvierte und den Ersten Preis bei Hubertus Köln errang.
Franz Zillikens, der von 1947 bis 1950 als Bundesvorsitzender des Vereins Deutsch-Drahthaar (VDD) die Fäden der Rasse lenkte, goss das unumstößliche Fundament des Zwingers: kompromisslose Jagdbrauchbarkeit, vereint mit formschöner Eleganz. Unvergessen bleibt auch die Hündin „Feder Asper“, die 1935 auf der Welt-Hundeausstellung in Frankfurt am Main den begehrten Welt-Sieger-Titel holte.

Passion als Erbgut und globale Erfolge (2. Generation)
Nach dem Tod des Gründers im Jahr 1978 übernahm seine Tochter, Renate Conzelmann-Zillikens, das Steuer und führte das Lebenswerk mit ungebrochener Energie fort. Die Liebe zum rauhhaarigen Jagdbegleiter war ihr in die Wiege gelegt worden; schon als Zehnjährige zog sie Feder- und Haarwildschleppen. Mit über 60 gelösten Jahresjagdscheinen, jahrzehntelanger Expertise als Verbands- und Schweißrichterin sowie der Verleihung des goldenen Leistungsabzeichens „Z-Badge“ des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV) prägte sie die deutsche Jagdkynologie maßgeblich.

Unter ihrer Ägide erlangte der Zwinger weltweiten Ruhm. Welpen aus dem Rheinbrohler Waldgut Haus Forst eroberten die Reviere ganz Europas und bis nach Kanada. Glanzpunkte dieser Epoche: Die Hündin „Adele Asper“, die 1985 Europasiegerin in Dortmund wurde, sowie „Karlos Asper“, der 1996 den Titel des Bundessiegers in der Gebrauchshundeklasse errang. Gekrönt wurde dieser unermüdliche Einsatz im Jahr 2025, als Renate Conzelmann-Zillikens für den DD-Zwinger Asper feierlich den Züchter-Wanderpokal des VDD-Niederrhein überreicht bekam.

Die Zukunft im Visier (3. & 4. Generation)
Ein solches Jahrhundert-Erbe bewahrt man nicht, indem man die Asche hütet, sondern indem man das Feuer weiterträgt! Heute wird der Zwinger in dritter Generation von Charlotte Conzelmann mitgeführt.
Mit den bewährten Leistungslinien – angefangen bei den erfolgreichen Würfen um „Cora vom Rabenhorst“, gefolgt von Pia und der herausragenden Resi III Asper (gerufen „Ronja“, die mit V 1 den Europa-Jugendsieger erreichte) sowie deren Tochter „Tosca III Asper“ – schreibt die Familie Erfolgsgeschichte. Zuletzt glänzte der erfolgreiche V III-Wurf (ausgezeichnet mit dem Züchter-Wanderpokal VJP 2025). Deren Nachzucht – „Vera“ sowie „Vino III Asper“ – bewies auf der Internationalen und weltlich anerkannten Hegewald-Zuchtprüfung (bei der sich bis zu 200 der weltbesten Jagdhunde messen) mit sensationellen Plätzen (7. Platz für Vera und 50. Platz für Vino III Asper) ihr außergewöhnliches Können. So stellt der „Asper-Typ“ im modernen Jagdbetrieb des 21. Jahrhunderts kontinuierlich die absolute Erste Wahl dar.

Und das nächste Kapitel kündigt sich bereits harmonisch an: Mit Enkelin Franziska Conzelmann steht die vierte Generation in den Startlöchern, um die drahthaarige Leidenschaft und die traditionsreiche Zucht mit demselben Herzblut verantwortungsvoll in die Zukunft zu führen.
115 Jahre Zwinger „Asper" – das ist weit mehr als eine bloße Chronik trockener Zuchtbucheintragungen. Es ist ein lebendiges Denkmal für bedingungslose Treue, züchterische Brillanz und die Liebe zum vielseitigen Jagdgebrauchshund.




