Zweites Forschungskolloquium des Zukunftsforums Lehrkräftebildung weiter:denken der Universität Koblenz

(Bild: Universität Koblenz / Julia Schätzlein) - Im Rahmen des Biologischen Kolloquiums, koordiniert durch apl. Prof. Dr. Thomas Wagner von der Arbeitsgruppe Zoologie der Universität Koblenz, hat das Zukunftsforum Lehrkräftebildung weiter:denken seine neue Veranstaltungsreihe mit Forschungskolloquium aus der Arbeitsgruppe Didaktik der Biologie fortgesetzt.

Unter dem Titel „Von Artenvielfalt zu Bildungs- und Forschungsvielfalt?! Potenziale digital-gestützter BioBlitze für Fach und Fachdidaktik" stellte Prof. Dr. Finja Grospietsch, Leiterin der Arbeitsgruppe Didaktik der Biologie an der Universität Koblenz, Entwicklungsergebnisse aus einem Kooperationsprojekt mit dem Kieler Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik vor und zeigte vor diesem Hintergrund vielfältige „MINTerdisziplinäre“ und fachbereichsübergreifende Kooperationsmöglichkeiten für die Universität Koblenz.

Prof. Dr. Finja Grospietsch, Leiterin der Arbeitsgruppe Didaktik der Biologie an der Universität Koblenz, referiert im Forschungskolloquium Lehrkräftebildung weiter:denken. Bild: Universität Koblenz / Julia Schätzlein

Ein BioBlitz, erklärte Grospietsch, sei eine Aktion im Rahmen des Naturschutzes, bei der in einer vorgegebenen Zeit und in einem definierten Gebiet so viele Arten wie möglich dokumentiert und bestimmt werden, um die biologische Vielfalt zu erfassen. Mit der digitalen Bestimmungshilfe iNaturalist lassen sich BioBlitze als weltweite Citizen-Science-Projekte - City Nature Challenge - und landesweite Schulwettbewerbe - School Nature Challenge - umsetzen.

Das Datenpotenzial solcher Challenges ist enorm. So wurden 2025 in vier Tagen mehr als drei Millionen Naturbeobachtungen, darunter 70.000 unterschiedliche Arten, dokumentiert. Schleswig-Holstein gelang in den Jahren 2024 und 2025 mit vier Challenges die Erfassung von über 100.000 Naturbeobachtungen, darunter rund 80.000 durch Schulen. „Wenn Schüler*innen die Wespe auf dem Döner plötzlich nicht mehr als störend wahrnehmen, sondern als Teil der Natur begreifen und dokumentieren, dann bekomme ich als Biologiedidaktikerin Gänsehaut“, so Grospietsch.

Das Besondere ist, dass die Ergebnisse der zeitlich begrenzten Events, zum Beispiel School Nature Challenge Schleswig-Holstein 2025, dauerhaft in eine Biodiversitätsdatenbank eingehen und ganzjährig im Unterricht und/oder der universitären Lehre und Forschung genutzt werden können.

2026 wird die Arbeitsgruppe Didaktik der Biologie deshalb erstmalig eine City Nature Challenge Koblenz Region ausrichten und, begleitet durch eine Lehrkräftefortbildung des Projektes DE2nga, die Weichen für einen Schulwettbewerb „School Nature Challenge Rheinland-Pfalz“ sowie das fachbereichsübergreifende Projekt MINTBlitz, das derzeit in Begutachtung ist, stellen. Die Arbeitsgruppe Didaktik der Biologie lädt alle Interessierten und potenziellen Kooperationspartner*innen unter bioblitz@uni-koblenz.de zur Kontaktaufnahme und Partizipation ein.

Am Beispiel der digital-gestützten BioBlitze wurde in der anschließenden Diskussion deutlich, welches Potenzial in der Vernetzung unterschiedlicher Lehr- und Forschungsperspektiven liegt. Der interdisziplinäre Austausch verdeutlichte den Mehrwert für die zukünftige Arbeit des Zukunftsforums und zeigte zugleich, wie Formate wie das Forschungskolloquium dazu beitragen können, solche Kooperationen konkret anzustoßen, weiterzuentwickeln und nachhaltig zu verankern.