
15 Teilnehmer des Meisterkurses bei der Handwerkskammer Koblenz krönen sich und ihre Arbeit mit Titel
Foto-Quelle: HwK Koblenz / Jörg Diester
KOBLENZ / KÖLN / NÖRDLICHES RHEINLAND-PFALZ. 15 Teilnehmer des Tischler-Meistervorbereitungskurses der Handwerkskammer (HwK) Koblenz strahlten nach der Bewertung ihrer eingereichten Möbelstücke: Geschafft! „Ich würde niemandem empfehlen, das als lustiges Experiment an sich auszuprobieren, was wir hier die letzten Wochen durchgemacht haben“, fasste der Prüfungsbeste David Tüschenbönner aus Köln zusammen. Denn über die Vorbereitungsphase hinaus mussten alle Meisterschüler innerhalb von 80 Stunden ihre Möbelstücke vom Papier in die Realität umsetzen. „Das hat uns schon in körperliche, aber auch fachliche Grenzbereiche geführt“, so Tüschenbönner. Umso glücklicher ist er nun.

Sie stellten sich der diesjährigen Meisterprüfung im Tischlerhandwerk bei der Handwerkskammer Koblenz, links und rechts die Mitglieder des Prüfungsausschusses und die Meister-Ausbilder der HwK. / Foto-Quelle: HwK Koblenz / Jörg Diester
Der 28-Jährige hat mit einer Weinbar aus Nussbaum und Esche die Höchstpunktzahl eingefahren – „womit ich überhaupt nicht gerechnet habe, denn einem fehlen ja schlicht die Vergleichswerte“. So zollt er auch seinen Mitstreitern hohen Respekt, „von denen einige fünf Kilo abgenommen haben auf der Schlussgeraden ihrer Meisterprüfung. Das war schon fordernd und stressig.“
Nach dem Aufbau aller Meisterstücke in den Ausbildungswerkstätten der HwK hieß es dann: Nerven behalten und geduldig sein. „Gehst Du raus aus den Räumen, rückt die Prüfungskommsission ein. Und die sehen alles! Es ist schon ein mulmiges Gefühl, egal wie gut du gearbeitet hast“. Ein Wochenende lang wurde dann gemessen, begutachtet und ganz genau hingeschaut. Nicht nur die Ausführung der Arbeiten war ein wichtiges Kriterium, auch die Kreativität, Formensprache und der Mut zum Materialmix wurden mit Punkten belohnt. Verschiedene Verbindungstechniken und Möbelelemente sind Pflicht, „doch in vielen Bereichen kann man sich frei austoben – und das nutzen wir natürlich voll aus!“

David Tüschenbönner aus Köln erreichte mit 90,2 von 100 Punkten das beste Prüfungsergebnis in der Bewertung seines Meisterstückes, einer Weinbar aus Nussbaum und Esche. / Foto-Quelle: HwK Koblenz / Jörg Diester
So erlangte Tüschenbönner nicht nur das beste unter 15 Prüfungsergebnissen, sondern auch Platz zwei in der Bewertung zum Designpreis. Nun steht das Spitzenstück in der Wohnung seiner Mutter, „denn der Transport in meine Junggesellenbude im vierten Stock eines Kölner Mehrfamilienhauses wird der Weinbar nicht gut bekommen.“ Bleibt die Frage, ob die Mutter das gute Stück jemals wieder herausrücken wird, sollte der frisch gebackene Tischlermeister seine eigene Wohnung beziehen. „Das hat sie selbst auch schon in Frage gestellt … es bleibt also abzuwarten.“ Beruflich justiert der Kölner gerade seinen Weg neu aus und möchte mehr Erfahrungen in einem neuen Unternehmen sammeln. „Langfristig peile ich die Selbstständigkeit an.“ Der Weg von Köln nach Koblenz hat sich also gelohnt, „denn dort konnte ich das erreichen, was ich mir grundsätzlich vorgenommen hatte: noch vor dem 30. Geburtstag Meister zu sein.“ Das Kursangebot und die Inhalte lobt der Tischler, „denn über die Arbeit mit Holz hinaus haben wir hier viel gelernt zur Führung eines Unternehmens, sei es die Betriebswirtschaft oder rechtliche Grundlagen bis hin zur Arbeitspädagogik.“ Ob es eine gute Investition in die Zukunft war, „werde ich spätestens bei Abruf des Gesamtpaktes wissen – und das ist die Selbstständigkeit. Doch auch das aktuelle Gefühl ist sehr gut und ich bin einfach nur happy“.

Das zweitbeste Prüfungsergebnis erreichte mit einem hängenden Sideboard Till Noah Zwang aus Wittlich. / Foto-Quelle: HwK Koblenz / Jörg Diester
Das zweitbeste Prüfungsergebnis erlangte Till Noah Zwang aus Wittlich, Platz drei ging an Samuel Wagner aus Mudenbach. Bei der Wertung „Designpreis“ erreichte Konrad Engelmann aus Koblenz den ersten Platz.
Der nächste Meistervorbereitungskurs für Tischler beginnt im Dezember 2027 (Vollzeit) oder als berufsbegleitende Teilzeit-Maßnahme ab Mai 2028.
Infos und Anmeldemöglichkeiten bei der HwK über Nicole Paetow: nicole.paetow@hwk-koblenz.de, 0261/398-356

Das drittbeste Prüfungsergebnis erlangte mit einem modularem Möbel aus Nussbaum Samuel Wagner aus Mudenbach. / Foto-Quelle: HwK Koblenz / Jörg Diester
Die Meisterabsolventen und ihre Wohnorte:
Konrad Engelmann, 56068 Koblenz
Marvin Götten, 54595 Prüm
Daniel Jungbluth, 53489 Sinzig
Tobias Klein, 56357 Holzhausen an der Haide
Markus Kroll, 56357 Holzhausen an der Haide
Nick Ludwig, 53424 Remagen
Fynn Nöltgen, 51545 Waldbröl
Florian Pick, 54570 Mürlenbach
Aaron Yves Price, 55469 Niederkumbd
Felix Schulhof , 56566 Neuwied
Jonas Seul, 56294 Münstermaifeld
David Tüschenbönner, 50968 Köln
Samuel Wagner, 57614 Mudenbach
Tim Walterscheid, 53773 Hennef
Till Noah Zwang, 54516 Wittlich

In der Wertung „Designpreis“ erreichte Konrad Engelmann aus Koblenz mit seinem Lowboard den ersten Platz. / Foto-Quelle: HwK Koblenz / Jörg Diester

