Autor und Aktivist Hannes Kreschel liest aus „Wutbürger.exe“

Foto: Gordon Welters
„Wir reden nicht über Politik“ – diesen Satz haben die meisten Menschen schon einmal gesagt oder gehört. Häufig fällt er, wenn wir mit Familie, Freunden oder Bekannten zusammenkommen und gemeinsam eine schöne Zeit haben wollen – und bloß keinen Streit. Doch wie ist Politik zu einem so polarisierenden Reizthema geworden, dass man sich oft – ausgesprochen oder stillschweigend – darauf einigt, es lieber zu meiden? Mit diesem Thema hat sich der junge Aktivist und Autor Hannes Kreschel intensiv auseinandergesetzt. Dabei herausgekommen ist das Buch „Wutbürger.exe: Ein Report aus der Rage-Republik“. Aus diesem Buch liest Kreschel im Rahmen Neuwieder Demokratiewochen am Freitag, 20. November, im Jugendzentrum Big House.

Seine zentralen Erkenntnisse, dass die deutsche Gesellschaft immer wütender wird und sich zunehmend radikalisiert und voneinander entfremdet, gründen sich dabei nicht allein auf einer gesellschaftlichen Analyse, sondern in erster Linie auch auf persönlichen Erfahrungen. Aufgewachsen in Ostdeutschland hat Hannes Kreschel in seinem direkten Umfeld miterlebt, wie sich Menschen radikalisieren – wie sein Vater, den er als einen Menschen, der „quer denkt“, beschreibt. Deshalb lieber gar nicht erst über Politik zu reden, kommt für Kreschel allerdings trotzdem nicht in Frage.

Mit seinen Videos auf YouTube, TikTok und Instagram erreicht Hannes Kreschel hunderttausende Menschen. Im Rahmen der Neuwieder Demokratiewochen kommt er in die Deichstadt und liest aus seinem Buch „Wutbürger.exe“.Foto: Gordon Welters

Im Mittelpunkt seines Buches stehen Gespräche mit Menschen, die sich aus den verschiedensten Gründen von den demokratischen Institutionen und dem gesellschaftlichen Konsens abgewendet haben: Angst vor dem sozialen Abstieg, Enttäuschung über politische Entscheidungen, das Gefühl, nicht gehört zu werden, oder der Einfluss von Desinformationen und Verschwörungstheorien. Kreschel begegnet seinen Gesprächspartnern nicht vorverurteilend, sondern versucht zu verstehen und offenzulegen, welche Prozesse und Dynamiken sie an den (politischen) Rand der Gesellschaft gebracht haben. Auch im Neuwieder Big House ist Kreschel offen für einen Austausch mit dem Publikum. Nach der Lesung besteht die Möglichkeit, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen und eigene Perspektiven und Erfahrungen einzubringen.

Die Lesung im Rahmen der Demokratiewochen wird von der Volkshochschule Neuwied „Die Brücke“ und dem Neuwieder Kinder- und Jugendbüro (KiJub) organisiert und startet am Freitag, 20. November, um 19 Uhr im Jugendzentrum Big House, Museumstraße 4a. Eine Teilnahme ist für alle Interessierten kostenlos, aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung gebeten. Diese ist online auf der Webseite der vhs Neuwied, per E-Mail an anmeldung@vhs-neuwied.de oder telefonisch unter 02631/802 5510 möglich. Die Veranstaltung wird über die Schwerpunktförderung für Maßnahmen der politischen Bildung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit RLP finanziert.