Stadt will erfolgreiche Arbeit fortführen, Gebiete erweitern und neues Quartier „Mitte“ schaffen
 Fotografin: Stadt Neuwied / Alexandra Heinz
Die Stadt Neuwied will ihr Quartiersmanagement ab 2027 langfristig neu aufstellen und deutlich ausweiten. Die bestehenden Einrichtungen in der südöstlichen Innenstadt und im Raiffeisenring sollen fortgeführt, ihre Gebiete aber vergrößert und künftig beide in kommunaler Trägerschaft betrieben werden. Gleichzeitig soll mit „Mitte“ ein drittes Quartiersmanagement für den bislang nicht abgedeckten Bereich zwischen den beiden bestehenden Quartieren entstehen. Über die Neuausrichtung entscheidet abschließend der Stadtrat.
„Quartiersmanagement bedeutet für mich vor allem, nah bei den Menschen zu sein“, sagt Bürgermeister Peter Jung. „Wir haben erlebt, was entstehen kann, wenn es vor Ort feste Ansprechpartner gibt, Menschen miteinander ins Gespräch kommen und gute Ideen aus den Quartieren unterstützt werden. Diese erfolgreiche Arbeit wollen wir sichern und gleichzeitig auf weitere Bereiche unserer Stadt übertragen.“

Grundlage für die Neuausrichtung ist eine sozialräumliche Analyse. Sie zeigt, dass sich die höchsten Belastungswerte im Neuwieder Stadtgebiet auf Bereiche der Innenstadt und Heddesdorfs konzentrieren. Gleichzeitig verfügen gerade diese Quartiere über zahlreiche Einrichtungen, gewachsene Netzwerke und ein hohes Maß an Engagement.
Dass Quartiersmanagement etwas bewegen kann, zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre. In der südöstlichen Innenstadt ist es bereits seit 2010 aktiv und hat dort unter anderem Beteiligungsprojekte, Deutschkurse, Angebote für Kinder und Senioren sowie ehrenamtliches Engagement unterstützt. Auch das seit 2020 bestehende Quartiersmanagement im Raiffeisenring hat sich zu einer wichtigen Anlaufstelle entwickelt. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen entstanden dort zahlreiche Projekte und Veranstaltungen – vom Orientalischen Markt über das Reparatur-Café bis zu einem Kinder- und Jugendtreff. 
Künftig sollen beide Quartiere größer gefasst werden und jeweils mit 1,5 Vollzeitstellen ausgestattet werden. Neu hinzukommen soll das Quartier „Mitte“. Es umfasst das bewohnte Gebiet zwischen den beiden bestehenden Quartieren bis zum Rhein, Schlosspark und zur Bahnlinie. Da bereits zahlreiche Beratungs-, Bildungs-, Unterstützungs-, Kultur- und Sportangebote vorhanden sind, soll der Schwerpunkt vor allem auf Koordination, Netzwerkarbeit und einer Anlaufstelle für die Bewohner liegen. Dafür ist zunächst eine halbe Stelle vorgesehen.

Alle drei Quartiersmanagements sollen künftig unter dem Dach der Stadt arbeiten. Während die südöstliche Innenstadt bereits kommunal organisiert ist, wird das Quartiersmanagement im Raiffeisenring bislang vom Diakonischen Werk getragen. Von der einheitlichen kommunalen Trägerschaft verspricht sich die Stadt vor allem einen engeren Austausch innerhalb der Verwaltung, Synergien zwischen den Quartieren und eine bessere Verzahnung etwa mit den Familiengrundschulzentren. „Jedes Viertel hat andere Stärken und andere Herausforderungen. Deshalb wollen wir nicht überall dasselbe Konzept umsetzen, sondern gemeinsam mit den Menschen vor Ort schauen, was gebraucht wird“, betont Jung, unterstreicht aber auch, dass die Quartiere auch von einer stärkeren Zusammenarbeit profitieren können.