Neues Konzept setzt auf Detektive, Aufklärung und verstärkte Kontrollen – Beigeordneter Ralf Seemann: „Werden Verstöße konsequent ahnden“
Fotos: Nadine Schöneberg
Illegale Müllablagerungen sind in Städten ein Problem. Auch in Neuwied sorgen achtlos entsorgter Abfall, überfüllte Containerstandorte und wilde Müllkippen immer wieder für Ärger bei Bürgern und verursachen zusätzliche Kosten. Die Stadt Neuwied und die Servicebetriebe (SBN) starten deshalb gemeinsam eine neue Initiative gegen Müllsünder. „Sauberkeit im öffentlichen Raum ist kein Selbstläufer“, erklärt Ordnungsamtsleiterin Carla Weßendarp und unterstreicht: „Wir setzen auf eine Kombination aus Präsenz vor Ort, konsequenter Kontrolle und schneller Beseitigung.“

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Deshalb werden zunächst sogenannte Mülldetektive eingesetzt. In einer Testphase übernimmt ein externer Sicherheitsdienst diese Aufgabe und kontrolliert zu unterschiedlichen Zeiten - von früh morgens bis in die Abendstunden hinein - besonders belastete Bereiche im Stadtgebiet. Ziel ist es, illegale Müllablagerungen frühzeitig zu entdecken, Hinweise auf mögliche Verursacher zu sichern und Verstöße konsequent zu verfolgen. Die Stadt arbeitet dabei eng mit der Kreisverwaltung zusammen, die für die Verhängung entsprechender Bußgelder zuständig ist. Über die „Müllweg!“-App – auf der Website der Abfallwirtschaft des Kreises Neuwied herunterladbar – können Bürger zudem auch weiterhin unkompliziert illegale Ablagerungen melden. „Wer seinen Müll einfach irgendwo abstellt, schadet unserer Stadt und belastet die Allgemeinheit“, hält der für Ordnung zuständige Beigeordnete Ralf Seemann fest. „Wir wollen deshalb deutlich machen: Neuwied schaut nicht weg. Wer erwischt wird, muss mit Konsequenzen rechnen.“
Parallel dazu verstärken die Servicebetriebe Neuwied (SBN) ihre Aktivitäten. Ein zusätzlicher Mitarbeiter wird künftig regelmäßig Containerstandorte und andere bekannte Müll-Hotspots kontrollieren. Mit einem eigenen Fahrzeug sollen Ablagerungen schneller entdeckt und beseitigt werden. „Unsere Mitarbeiter sind täglich im Stadtgebiet unterwegs und kennen viele der Problemstellen sehr genau“, sagt Frank Schneider, Geschäftsfeldleiter bei den Servicebetrieben Neuwied. „Mit zusätzlichen Kontrollen und schnelleren Einsätzen sorgen wir dafür, dass Müllablagerungen schneller beseitigt werden und sich solche Stellen gar nicht erst zu dauerhaften Müll-Hotspots entwickeln.“

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Das neue Vorgehen ist Teil eines umfassenden Konzepts zur Müllvermeidung, das in der kommenden Stadtratssitzung vorgestellt wird. Neben Kontrollen will die Stadt künftig auch stärker auf präventive Aufklärung setzen. So werden die Kontrollen flankiert durch eine neue Sauberkeitskampagne mit sogenannten Umweltcouts. In den Sommermonaten sollen diese in Parks, an Spielplätzen, am Rhein und in der Innenstadt unterwegs sein. Erkennbar gekleidet, sprechen sie Menschen direkt an, klären auf und sensibilisieren. Der Fokus liegt bewusst auf persönlicher Ansprache und Präsenz vor Ort. 
Kurzfristig erwartet die Stadt eine sichtbare Verbesserung der Situation. Langfristig soll das Konzept dazu beitragen, das Bewusstsein für Sauberkeit zu stärken und illegale Müllablagerungen dauerhaft zu reduzieren. „Viele Bürger ärgern sich über Müll in Parks, an Spielplätzen oder an Containerstandorten“, betont Seemann. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen eine saubere Stadt und gehen deshalb entschlossen gegen Müllsünder vor.“ Dabei setzen Stadt und SBN auch weiterhin auf die Unterstützung engagierter Bürger und Initiativen und sind sehr froh über das starke ehrenamtliche Engagement, das es in diesem Bereich bereits gibt.
Die neue Strategie ist zunächst als Testphase angelegt. Die Stadt will Erfahrungen sammeln, Ergebnisse auswerten und transparent machen, welche Wirkung die Maßnahmen haben. Klar ist aber: Wegschauen ist keine Option. Neuwied setzt auf Kontrolle, Konsequenz und direkte Ansprache und zeigt damit deutlich, dass Vermüllung kein Kavaliersdelikt ist.

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