
Blues-Legende begeisterte Zuhörer auf der Kaiserbühne
Foto: Eberhard Thomas Müller
Einen Musiker, einen Verstärker und fünf Gitarren. Viel braucht es nicht auf der Kaiserbühne, wenn die Blues-Legende Biber Herrmann auftritt und sein Publikum von der ersten Minute an in Bann zieht.
Die Musikalität wurde ihm in die Wiege gelegt, mit einem Großvater, der Trompete spielte, seiner Mutter, die mit Klavier, Geige und Cello gleich drei Instrumente zum Klingen brachte und seinem Vater, der Akkordeon und Mundharmonika spielte. Jeden ersten Sonntag im Monat gab es ein Hauskonzert mit klassischer Musik im Hause Herrmann.
Und als er gleich zu Beginn das „Come in My Kitchen“ von Robert Johnson auf seiner über 100 Jahre alten Wandergitarre anstimmte, wusste jeder im Saal, da steht ein Meister internationaler Gitarrenkunst auf der Bühne. „Ich bin kein Blueser, ich zitiere ihn“, sagt Biber von sich bescheiden, dessen Vorbilder Musiker wie Muddy Waters oder Bob Dylan sind.
Auch beim Spiel seiner Eigenkompositionen mit Gitarre und Mundharmonika beeindruckte Biber Herrmann mit wechselnden Tempi, Finger-Picking und virtuosen Bass Linien. Und als er solo eine sechsköpfige Band, vom Bassisten bis hin zum Perkussionisten, auftreten ließ, musste man nur die Augen schließen. Dass da nur ein Mann auf der Bühne stand und kein elektronischer Schnickschnack wie Looping etc. im Spiel war, zeigte Biber im Anschluss – der guten Akustik der Kaiserhalle geschuldet – unplugged, also ohne Verstärker, allein auf seinem Instrument.

Foto: Eberhard Thomas Müller
Und Biber Herrmann, der sein Publikum vortrefflich mit kleinen Geschichten zum und neben dem Blues unterhielt, moderierte den nächsten Titel an: „Jetzt möchte ich Euch die Geschichte von einem Hahn erzählen, der nach vielen Dienstjahren endlich aus einer Hühnerfarm in Niederzissen ausgebrochen und nach Burgbrohl gekommen ist, ‚The red rooster‘ von Howlin‘ Wolf“, ursprünglicher Blues mit eigenem englischen Text und einer guten Brise Humor. Ernster wurde es dann mit „Rain of love“, Bibers Eigenkomposition gegen den Wahnsinn in der Welt und für den Frieden. Zum Schmunzeln wieder seine eigenwillige Interpretation des Stones-Titels „I can‘t get no Satisfaction“. In einer weiteren Ballade erzählte der Gitarrist von seinem Vater, dem er vor dessen Tod besonders nahegekommen ist. Mit „I think, I got the Blues“ verabschiedete sich Biber Herrmann nach zwei Stunden von der Kaiserbühne, wobei er in dieses Stück filigrane orientalische Muster wie bei einem Perserteppich einwebte, um dann wieder zurückzukommen zum Klassiker von Willie Dixon. Blues geht eben über Grenzen und ist gelebte Lebensfreude.
Und diese war beim Publikum zu spüren, als Biber Herrmann als Zugabe das eher nachdenkliche „Tomorrow is a long time“ von Bob Dylan anstimmte und ein Abend voller Nähe, Tiefgang und feinem Humor für die Sinne und die Seele zu Ende ging.
„Oh stille mich, Du Fröhliche“ heißt es am Freitag, 11. Dezember 2026, um 19:30 Uhr in der Kaiserhalle von Burgbrohl. Auf vielfachen Wunsch wird Peter Nüesch, der ehemalige Intendant der Mayener Burgfestspiele, Schauspieler und Sänger, ein weiteres Mal mit seiner Satirische Weihnachtslesung auf der Kaiserbühne die Lachmuskeln strapazieren.
Kostenlose Parkmöglichkeit gibt es unweit der Kaiserhalle am Bahnhof an der grünen Schranke gleich hinter der Tankstelle.
Vorverkauf: Gemeindebüro Burgbrohl, Kreissparkasse Burgbrohl, Reisebüro Marino und Lotto- und Postagentur Elke Schäfer sowie Reservierungen im Internet über die Adresse burgbrohl.orts.app und den Link „Events / Termine“

