Umsetzung des „Lernhelden“-Projekts an drei Grundschulen und Präventionsangebote zu sexualisierter Gewalt an Kindern

Foto: Felix Banaski 
Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung und Entfaltung. Um junge Menschen gezielter zu unterstützen, hat die Stadt Neuwied als Kinderfreundliche Kommune den „Neuwieder Weg“ eingeschlagen: In Zusammenarbeit mit kommunalen Unterstützern hat sie ein Förderprogramm entwickelt, in das auch die Kinder miteinbezogen werden und bei welchem sie aktiv mitentscheiden können. Auf diese Weise konnten in den vergangenen Jahren mit Hilfe vieler engagierter Kooperationspartner bereits zahlreiche Projekte und Angebote zur Förderung von Kindern und Jugendlichen in der Neuwieder Innenstadt und in Heddesdorf angestoßen und realisiert werden. Auf dem eingeschlagenen Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit kann die Stadt Neuwied auch auf die tatkräftige Unterstützung des Lions-Club Neuwied-Andernach zählen. Schon seit einem Jahr finanzieren die Lions im Rahmen des Programms „Lernhelden“ Hausaufgabenbetreuungen und Lernunterstützungen an drei Neuwieder Grundschulen. Dieses Engagement wird nun verstetigt und bildet so einen wichtigen Baustein zu mehr Chancengerechtigkeit, denn bei den drei unterstützten Grundschulen handelt es sich gleichzeitig um die neuen Neuwieder Familiengrundschulzentren.

Lions-Club unterstützt Neuwieder Grundschulen mit „Lernhelden“-Programm

„Familiengrundschulzentren wollen Knotenpunkte sein und sich mit dem sie umgebenden Sozialraum vernetzen. Kooperationen wie die mit den Lions sind eine tolle Grundlage für uns, um mit den kommunalen Partnern weitere Bildungs- und Beratungs- sowie soziokulturelle Angebote direkt in der Schule anbieten zu können“, erklärt Stephan Amstad, Gesamtkoordinator der Familiengrundschulzentren im Neuwieder Kinder- und Jugendbüro (KiJub). „Dies gelingt nur gemeinsam. Daher sind wir dankbar für die langjährige gute Zusammenarbeit mit den Lions, die seit jeher das Wohl der Kinder in unserer Stadt im Blick haben.“ Damit Kinder im Unterricht nicht zurückfallen, ist es wichtig, dass sie im Schulkontext intensiver gefördert werden. Da dies im Regelunterricht nur bedingt möglich ist, setzen die Neuwieder Grundschulen auf nachmittägliche Hausaufgabenbetreuung, doch die ist personal- und kostenintensiv. Hier kommt der Lions-Club Neuwied-Andernach ins Spiel: Im Frühjahr 2025 organisierten die Lions ein Benefizkonzert in der Matthiaskirche – und spendete den gesamten Erlös als Anschubfinanzierung für das Projekt Lernhelden. Davon konnte an den Neuwieder Grundschulen „Sonnenland“, „Marien“ und „Geschwister-Scholl“ Hausaufgabenbetreuung eingerichtet oder ausgebaut werden. Durch weitere Spenden konnten die Lions genügend finanzielle Mittel akquirieren, um die Fortführung des Projekts längerfristig zu gewährleisten. Die für die Betreuung der Förderangebote notwendigen Fachkräfte werden durch die Neuwieder Familienbildungsstätte und das Diakonische Werk Neuwied gestellt und sind für eine bedarfsgerechte und an die individuellen Gegebenheiten angepasste, inhaltliche Ausgestaltung der Angebote zuständig.

Dass die zielgerichteten Förderangebote schon jetzt positive Auswirkungen auf den Lernalltag und -erfolg an den geförderten Grundschulen haben, unterstreicht das Feedback der jeweiligen Schulleitungen: „Das Lernhelden-Projekt stellt eine für uns eine deutlich spürbare Entlastung im Rahmen unseres Ganztags dar“, erklärt Claudia Bartels, Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule, dankbar. An der Marienschule gab es auch vorher schon eine nachmittägliche Hausaufgabenbetreuung: „Durch die Unterstützung der Lions konnten wir unser Angebot aber von zwei auf nun vier Wochentage erweitern“, freut sich Kerrin Lenz, Konrektorin der Marienschule. Ina Mang, Schulleiterin der Sonnenlandschule, berichtet: „Die Hausaufgabenbetreuung und das dazugehörige Personal ist gut von unseren Kindern angenommen worden.“ Vor dem Lernhelden-Projekt hat es hier noch kein solches Angebot gegeben.

Foto: Felix Banaski 

Nachhaltiges Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit und im Jugendschutz

„Gerade im Zusammenhang mit unseren Familiengrundschulzentren bildet die durch das Lernhelden-Projekt ermöglichte Hausaufgabenbetreuung eine wichtige Ergänzung und schafft eine ungemeine Entlastung für die Schulen“, zeigt sich auch Bürgermeister Peter Jung begeistert und dankt dem Lions-Club und insbesondere seinem Präsidenten Jürgen Ulrich und Wolfgang Sulzbacher für ihr langjähriges Engagement. Ulrich lobt die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt und die unbürokratische Hilfe bei der Umsetzung des Projekts zu Gunsten der Neuwieder Grundschulkinder. „Mit der Verstetigung des Lernhelden-Projekts machen wir einen wichtigen Schritt hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit“, sind Jung, Ulrich und Sulzbacher überzeugt.

Das Lernhelden-Projekt ist bei weitem nicht die einzige Unterstützung, die der Lions-Club jungen Menschen in der Deichstadt zukommen lässt. Im Bereich der sexualisierten Gewalt gegen Kinder – einem Straftatbestand, bei dem die Fallzahlen seit Jahren kontinuierlich anwachsen – engagiert sich die Stadt Neuwied mit ihrer Kinder- und Jugendschützerin Tanja Buchmann bereits seit vielen Jahren und ist bestrebt, für mehr Aufklärung zu sorgen. Denn sexueller Missbrauch findet vor allem dort statt, wo Täter Macht- und Abhängigkeitsstrukturen gegenüber Kindern und Jugendlichen ausnutzen. Um Kinder frühzeitig zu stärken und so bestmöglich zu schützen, bemüht sich Buchmann, ihnen kindgerecht Abwehrstrategien zu vermitteln.

Ein bewährter Ansatz hierfür sind Präventionstheaterstücke, welche von der städtischen Fachstelle Jugendschutz regelmäßig für Schulklassen angeboten werden. Ihr Vorteil: Sie ermöglichen es, schwierige Themen sensibel und verständlich anzusprechen und mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Um auch bei diesem wichtigen Thema zu unterstützen, hat der Lions-Club ein gezieltes Förderkonzept entwickelt: Schulen können finanzielle Zuschüsse erhalten, um Präventionstheater eigenständig zu buchen oder ihren Schulklassen die Teilnahme an Aufführungen zu ermöglichen. Dabei umfasst die Förderung auch die Übernahme von etwaig anfallenden Fahrtkosten. „Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Lions-Club und den Schulen wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um Neuwieder Kinder und Jugendliche zu stärken, sie für gefährliche Situationen zu sensibilisieren und gegen sexualisierte Gewalt zu schützen“, ist Tanja Buchmann überzeugt.

Was ist der Neuwieder Weg?

Als Schulen mit hohem Förderbedarf stehen die Marienschule, die Geschwister-Scholl-Schule und die Sonnenlandschule unter den Neuwieder Grundschulen besonders im Fokus. Die Stadt Neuwied sieht sich als von der UNICEF zertifizierte Kinderfreundliche Kommune der UN-Kinderrechtscharta und dem darin verbrieften Prinzip der Bildungsgerechtigkeit verpflichtet hier in besonderem Maße zu unterstützen. Aus diesem Grund wurde in Neuwied ein individuelles Vorgehen entwickelt, um allen Kindern der Stadt faire Bildungs- und Zukunftschancen zu ermöglichen: der Neuwieder Weg. Dieser bildet ein zentrales Puzzleteil, um gemeinsam mit den kommunalen Partnern und den Kindern bedarfsgerechte Angebote und Projekte dauerhaft bereithalten zu können. Im Mittelpunkt steht die Einrichtung der neuen Familiengrundschulzentren, für die Neuwied auch das Startchancen-Programm nutzen kann. Der Grundgedanke dahinter ist klar: Vielfältige Förderangebote an einem Ort bündeln und betroffene Kinder und Familien ganzheitlich und niederschwellig im Netzwerk unterstützen