
Die Arbeitsgruppe Didaktik der Biologie an der Universität Koblenz organisiert in diesem Jahr unter der Leitung von Prof. Dr. Finja Grospietsch zum ersten Mal die City Nature Challenge KoblenzRegion. Dieser „Bioblitz“ ist Teil eines weltweiten Biodiversitätswettbewerbs für die Bevölkerung, bei dem 2026 über 1.000 Städte und Regionen gemeinsam die Schönheit und Artenvielfalt der Natur feiern.
Am Freitag, den 24.4.2026, ist es so weit: Der erste Bioblitz „City Nature Challenge KoblenzRegion“ startet. Dabei handelt es sich um eine Aktion im Rahmen des Naturschutzes, bei der in einer vorgegebenen Zeit und in einem definierten Gebiet so viele Tier-, Pilz- und Pflanzenarten wie möglich dokumentiert und bestimmt werden. Bioblitze dienen dazu, Forschungsdaten im Bereich Biodiversität zu generieren und den Blick der Bevölkerung auf die Artenvielfalt in ihrem unmittelbaren Umfeld zu lenken.

15 unterschiedliche Arten auf dem Campus der Universität Koblenz laden diese Woche zur Beteiligung an der ersten City Nature Challenge KoblenzRegion ein. Bild: Kerstin Haastert, basierend auf Fotos von Dr. Katrin Friedemann und Dr. Dorothee Killmann
Doch nicht nur die KoblenzRegion, bestehend aus der Stadt Koblenz sowie den Landkreisen Neuwied, Westerwaldkreis, Rhein-Lahn-Kreis, Rhein-Hunsrück-Kreis und Mayen-Koblenz, dokumentiert vom 24.-27.04.2026 mit der digitalen, KI-gestützten Bestimmungshilfe iNaturalist Arten. Was 2016 mit zwei US-amerikanischen Städten begann, ist in den vergangenen Jahren zu einem weltweiten Bioblitz mit mehr als 100.000 Teilnehmenden und drei Millionen Naturbeobachtungen pro Aktionszeitraum geworden. Im Jahr 2025 beteiligten sich beispielsweise über 650 Städte und Regionen auf allen sieben Kontinenten der Erde und dokumentierten gemeinsam mehr als 73.000 unterschiedliche Arten.
Bei der City Nature Challenge steht trotz einsehbarer Ranglisten zur „Bioblitzpower“ der teilnehmenden Städte und Regionen nicht der Wettbewerb oder das Küren von Gewinnern im Fokus. „Es geht darum, gemeinsam die Artenvielfalt und die Schönheit unserer Natur zu feiern, wertvolle Biodiversitätsdaten zu sammeln und Neues über Arten beziehungsweise die Region zu lernen“, erklärt Prof. Dr. Finja Grospietsch, Leiterin der Arbeitsgruppe Didaktik der Biologie an der Universität Koblenz, die den Bioblitz mit ihrem Team für die KoblenzRegion organisiert: „Natürlich ist es motivierend, wenn man als KoblenzRegion gegen andere deutsche Städte/Regionen wie zum Beispiel die Vorjahresbesten Berlin, die KielRegion und Göttingen oder unsere Nachbarn Bonn, Frankfurt am Main und das Rheinische Revier antritt. Viel wichtiger ist es jedoch, Biodiversitätsdaten in Forschungsqualität zu generieren und das Bewusstsein für unsere Umwelt zu stärken.“
Das fortan jährlich Ende April in der KoblenzRegion stattfindende Event ist für die Gesamtbevölkerung gedacht, wurde in diesem Jahr jedoch nur im unmittelbaren Umfeld der Universität Koblenz beworben. „Uns ist es aus biologiedidaktischer und biologischer Perspektive sehr wichtig, den Bioblitz in der KoblenzRegion behutsam aufzubauen und mit Aufklärungsarbeit und Anleitungen zu begleiten“, so Grospietsch: „Nichts wäre schlimmer als durch Öffentlichkeitsarbeit Massenwanderungen zu seltenen Arten, schädliche Eingriffe in die Natur oder ein ‚Zumüllen‘ der Biodiversitätsplattform iNaturalist zu bewirken“
Dennoch ist die Teilnahme schon jetzt niedrigschwellig angelegt. Wer mitmachen möchte, kann dies mit wenig Vorbereitungsaufwand tun: Kostenfrei bei iNaturalist registrieren, die zugehörige App herunterladen und in der KoblenzRegion zwischen dem 24. und 27.4.2026 so viele Arten wie möglich durch Fotos/Tonaufnahmen in der App oder einen späteren Standort-/Dateiupload dokumentieren. Die iNaturalist-Community, darunter auch viele Artenkenner*innen der Abteilung Biologie der Universität Koblenz sowie der Studiengänge Lehramt Biologie und BioGeoWissenschaften, hilft beim näheren Bestimmen und hat dafür über den Beobachtungszeitraum hinaus bis zum 10.5.2026 Gelegenheit.
Wichtig ist, dass bei der City Nature Challenge nur wildlebende Organismen dokumentiert werden. Menschen, Haus-/Nutztiere sowie Topf-/Gartenpflanzen sollten nicht auf iNaturalist hochgeladen oder bei Upload zumindest transparent als „nicht-wildlebend“ gekennzeichnet werden. Jede Beobachtung innerhalb der KoblenzRegion, egal ob an Land, in der Luft oder im Wasser, zählt automatisch für das weltweite Dachprojekt, das deutsche Dachprojekt und das Projekt der KoblenzRegion. Diesen drei Sammelprojekten kann auf iNaturalist gerne beigetreten werden, um kein Highlight zu verpassen. Das Projekt der KoblenzRegion erreicht man unter: uni-ko.de/bioblitz
Vom 6. bis zum 13.9.2026 wird die Arbeitsgruppe Didaktik der Biologie erstmals auch einen Bioblitz für Schulen ausrichten, die sogenannte School Nature Challenge Rheinland-Pfalz. Interessierte Biologielehrkräfte sind herzlich zur begleitenden Lehrkräftefortbildung des Projektes DE2nga eingeladen, die am 8.5.2026 an der Universität Koblenz startet.
Wünsche und Anregungen zu City Nature Challenge KoblenzRegion und School Nature Challenge Rheinland-Pfalz können an bioblitz@uni-koblenz.de gerichtet werden.

