Wenn Herz und Lunge versagen: ECMO-Therapie ist jetzt fest etabliert   
KOBLENZ. (Foto: GK-Mittelrhein/Jutta Münch ) - Zwei Jahre haben sie erfolgreich daran gearbeitet. Nun ist sie im Kemperhof etabliert: die ECMO-Therapie. Sie hat schon vielen Schwerstkranken das Leben gerettet. „Unsere Oberärzte Dr. med. Marius Hegner, Patrick Kassenbrock und Dr. med. José-Manuel Thorweihe haben dafür viel Zeit, Training und Herzblut investiert“, sagt Prof. Dr. med. Samir Sakka, Chefarzt der Klinik für Intensivmedizin. Die ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung) ist ein Teilbereich der ECLS (Extracorporeal Life Support)-Verfahren. Vereinfacht kann man dies als Herz-Lungen-Maschine beschrieben, wie sie in der Herzchirurgie während Operationen am offenen Herzen eingesetzt wird. ECMO beruht auf einer apparativ kleineren Variante, die bei akutem Kreislauf- oder Lungenversagen außerhalb des Operationssaals zum Einsatz kommt. Dabei übernimmt eine künstliche Membran außerhalb des Körpers die Sauerstoffzufuhr – arbeitet also als „künstliche Lunge“. Bis zu daumendicke Kanülen werden dafür über die Leiste und den Hals an die Venen angeschlossen – ein sehr anspruchsvoller Eingriff.

Intensivmediziner, Gefäßmediziner und Kardiologen haben ECMO im Kemperhof etabliert, von links: Dr. med. José-Manuel Thorweihe, Prof. Dr. med. Samir Sakka, Dr. med. Claus Nill, Dr. med. univ. Ramin Sotoudeh, Dr. med. Marius Hegner und Patrick Kassenbrock.  Foto: GK-Mittelrhein/Jutta Münch 

„Durch die enge Zusammenarbeit mit unserer Kardiologie und Gefäßchirurgie, durch klar definierte Behandlungsstandards und regelmäßige Trainings, ist die ECMO-Therapie inzwischen fester Bestandteil unserer Intensivversorgung“, so Prof. Sakka. „Wir freuen uns, dass wir diese lebensrettende Behandlung routiniert und mit hoher Prozesssicherheit am Kemperhof anbieten können.“ Von der Behandlung haben bisher rund zwei Patienten pro Monat profitiert.
Um allen Patienten im GK-Mittelrhein einen Zugang zur ECMO-Therapie zu ermöglichen, wurde eine mobile Transportkiste zusammengestellt. Diese erlaubt es dem spezialisierten ECMO-Team, den komplexen Anschluss an das Gerät vor Ort durchzuführen, und die Patienten unter laufender ECMO-Therapie sicher in den Kemperhof zu begleiten. Ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs ist dabei auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem DRK-Rettungsdienst Rhein-Mosel-Eifel. In einer gemeinsamen Schulung lernten angehende Rettungskräfte die besonderen Anforderungen beim Transport von ECMO-Patienten kennen. Begleitet wurde sie von Dr. med. Marius Hegner und Patrick Kassenbrock aus dem ECMO-Team der Klinik für Intensivmedizin. „Wir freuen uns, dass jetzt strukturelle Voraussetzungen geschaffen wurden, um auch Patienten aus anderen Standorten optimal zu versorgen“, so der Tenor der beiden Mediziner.