
Besuchsreise des Trierer Bischofs durch den Pastoralen Raum Neuwied endet mit Abschlussklausur
Neuwied –(Foto: Bistum Trier/Julia Fröder) - In zahlreichen Gesprächen und Begegnungen mit engagierten Menschen, Besuchen in Projekten, an Begegnungsorten sowie in Institutionen im vergangenen Jahr hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann das kirchliche Leben im Pastoralen Raum (PastR) Neuwied intensiv kennengelernt. Den Abschluss dieser Visitation (Besuchsreise) hat ein Klausurtag am 24. Januar im Tagungszentrum der Waldbreitbacher Franziskanerinnen gebildet. Fast 60 Hauptamtlichen sowie Ehrenamtlichen aus dem Rat des Pastoralen Raums und dem Verbandsausschuss stellte Ackermann seinen Abschlussbericht vor, dessen Schwerpunkte in gemeinsamen Gruppenarbeiten weiterentwickelt wurden.
„Der Pastorale Raum ist geprägt durch die Stadt Neuwied, die Rheinschiene und den Westerwald – diese Regionen haben eine jeweils unterschiedliche Prägung, die sich auch in der Pastoral auswirkt“, lautete der Eindruck des Bischofs, „aber es gibt ein Zusammengehörigkeitsgefühl“. Dieses schlage sich auch in der Vielfalt an Gruppierungen, Arbeitskreisen und Angeboten nieder. Trotz dreier vakanter Priesterstellen im PastR sei ihm eine „erstaunliche Lebendigkeit“ begegnet, die durch Ehrenamtliche mit hoher Treue, Identifikation und Aktivität getragen wird. „Es mangelt nicht an Ideen.“
Als besondere Termine nannte er den Austausch mit den Gesamtleitungen der katholischen Kitas aus dem Kreis Neuwied, den Besuch im Marienhausklinikum mit seinen zwei Standorten einschließlich Gesprächen mit Leitung und Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die Treffen in der katholischen Familienbildungsstätte, im Heinrich-Haus in Engers sowie beim Caritasverband mit seiner Tafel, die Gespräche mit Mitgliedern des Vereins für das ambulante Hospiz, das Jubiläum der Notfallseelsorge und eine Sitzung des Rats der Religionen. Des Weiteren standen Gespräche mit Haupt- und Ehrenamtlichen auf dem Programm, wie Treffen mit kommunalen Entscheidungsträgern. „Ich habe eine hohe Wertschätzung gegenüber der kirchlichen und pastoralen Arbeit gespürt“, berichtete Bischof Ackermann von seinen Begegnungen mit Bürgermeistern und dem Landrat, „das ist keine Selbstverständlichkeit!“ Während dieser „Besuchsreise“ feierte Ackermann auch Gottesdienste gemeinsam mit den Gläubigen; zudem spendete er das Firmsakrament in knapp zehn Pfarreien bzw. Pfarreiengemeinschaften.

Zum Abschluss der Visitation (Besuchsreise) des Trierer Bischofs Dr. Stephan Ackermann durch den Pastoralen Raum Neuwied kamen Haupt- und Ehrenamtliche zum Austausch zusammen. Foto: Bistum Trier/Julia Fröder
Umbruchssituation mutig gestalten
„Ich habe die Visitation als sehr angenehm und positiv erlebt. Wir hatten offene Gespräche mit dem Bischof, der gut über die Situationen vor Ort informiert war“, schaut Petra Schiller als Vorsitzende des Rates des Pastoralen Raums zurück auf das vergangene Jahr. Der PastR mit seinen 53.500 Katholikinnen und Katholiken befinde sich in einer Umbruchssituation, die es nun zu gestalten gelte, so die Ehrenamtliche: „Die Fusionen der Pfarreiengemeinschaften zu Pfarreien sind abgeschlossen, nun stehen die Gremienwahlen an.“ Dass Menschen den Wandel aktiv mitgestalten möchten, habe er durch die Visitation noch einmal verstärkt erlebt, berichtete Dekan Peter Dörrenbächer, der gemeinsam mit Susanne Schneider und Michael Jäger das Leitungsteam des PastR bildet. „Es gibt viele Ehrenamtliche, die ein ganz intensives Interesse haben, Kirche vor Ort weiterzuentwickeln.“
Erstmals fand im PastR Neuwied eine Visitation über ein gesamtes Jahr hinweg statt. „Das war eine gute Erfahrung, so konnten auch Entwicklungen über ein Jahr gezeigt werden. Der Bischof war das ganze Jahr präsent und ansprechbar. Wir haben gemerkt, dass ihm etwas daran liegt, uns zu begleiten“, schaut Schneider auf die intensive Zeit mit vielen Terminen zurück. „Als Verbesserungsvorschlag sehe ich, dass Gruppen noch mehr in den Fokus kommen, die nicht unserem inneren kirchlichen Kreis sind, wie zum Beispiel Schulen“, so Schneider. Ihr Kollege Pfarrer Dörrenbächer ergänzte, dass der Bereich der organisierten Verbandsjugendarbeit etwa der Besuch einer der vielen aktiven Pfadfindergruppen leider ausgefallen sei. Trotzdem habe man dem Bischof einen vielfältigen Eindruck des kirchlichen Lebens im PastR Neuwied zeigen können, war sich das Leitungsteam sicher.
Den Nachmittag der Abschlussklausur bildete die Auswertung einer vorangegangenen Gruppenarbeit zu Themen aus dem Abschlussbericht des Bischofs. Verbindend waren bei den Ergebnissen die Ermutigung zum Experimentieren, zu Neuanfängen, zum Mitgestalten und der Verstetigung von Netzwerken und Kommunikation. Der Tag endete mit einem Gottesdienst.
Zum PastR Neuwied zählen folgende Pfarreien: Pfarrei Hl. Katharina Kasper am unteren Mittelrhein, Pfarrei Dierdorf St. Clemens, Pfarrei Großmaischeid-Isenburg St. Maria Magdalena, Pfarrei Heimbach-Engers Heilig Geist, Pfarrei Linz an Rhein und Höhe St. Marien, Pfarrei St. Petrus Neustadt-Horhausen, Pfarrei Neuwied St. Matthias und Pfarrei St. Elisabeth Rengsdorf-Waldbreitbach.
Weitere Informationen zum Angebot des Pastoralen Raums Neuwied gibt es auf www.pr-neuwied.de oder telefonisch unter Tel.: 02631-342770. (jf)


