Saskia Heil-Paulus und Philipp Paulus aus Wadern verliebten und verlobten sich in Rom – jetzt steht ihre Ehe unter dem Segen des Papstes 

Foto: Vatican Media
Rom/Wadern/Neuwied – Es war noch dunkel über Rom, als für Saskia und Philipp der große Tag begann. Um 3 Uhr klingelte der Wecker. Während Philipp seinen Hochzeitsanzug bereitlegte, brachte Saskia im weißen Kleid Haare und Make-up in Form. Wenig später machten sich die beiden auf den Weg zum Petersplatz. Bereits um 5.15 Uhr standen sie im Hochzeitsoutfit vor dem Petersdom. Der Aufwand hatte einen besonderen Grund: Als frisch verheiratetes Paar wollten sie sich den Segen von Papst Leo XIV. abholen, den Brautpaaren bis drei Monate nach ihrer kirchlichen Trauung bei der Generalaudienz erhalten können. 

Ihre gemeinsame Geschichte ist eng mit Rom verbunden: Dort verliebten sich Saskia Heil und Philipp Paulus 2014 bei einer Messdienerwallfahrt. Vor zwei Jahren, wieder bei einer Messdienerwallfahrt, stellte Philipp auf dem Petersplatz die entscheidende Frage. Nach ihrer Hochzeit am 6. Juni diesen Jahres in der Herz-Jesu-Kirche in Wadern-Nunkirchen führte sie ihr Weg nun erneut in den Vatikan. „Es war für uns schon vor der Hochzeit klar, dass wir den Ehesegen des Papstes möchten. Unsere Geschichte ist eng mit Rom und auch der Kirche verbunden“, sagt Saskia. Ursprünglich stammt die heute 31-Jährige aus Neuwied. Kennengelernt hat sich das Paar über Pastor Jonas Weller. Als dieser von Wadern, wo er Pastoralpraktikant war, nach Neuwied wechselte, blieb der Kontakt ins Saarland bestehen. „Einige junge Leute aus Wadern haben sich 2014 dann unserer Ministrantengruppe für die Romwallfahrt angeschlossen, darunter war auch Philipp“, erzählt Saskia. Zwei Jahre später, den Schulabschluss in der Tasche, zieht sie ins Saarland, wo Philipp als Werkzeugmacher bei Saargummi arbeitet, und macht eine Ausbildung zur tiermedizinischen Fachangestellten. Ehrensache, dass Pastor Weller, inzwischen Dekan des Pastoralen Raums Daun, das Paar traute. 

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„Es war toll, das Brautkleid noch mal anziehen zu können“, sagt Saskia. Während ihr Mann Philipp den Hochzeitsanzug im aufgegebenen Gepäck transportierte, wollte Saskia beim Brautkleid kein Risiko eingehen. „Ich habe vorher extra die Airline angeschrieben, dass es auf jeden Fall mit ins Handgepäck muss.“ Mit einem Uber ging es am 25. August schließlich zum Vatikan. „Vor uns standen schon sieben andere Paare in der Schlange“, erzählt Saskia. Doch das frühe Anstehen zahlte sich aus: Als sich um halb acht die Pforten des Petersdoms öffneten, konnten sie sich einen Platz in der ersten Reihe sichern. Bis zum Beginn der Audienz um 10 Uhr kamen sie mit anderen Brautpaaren ins Gespräch.  

Zunächst wurden Gruppen in verschiedenen Sprachen begrüßt, anschließend das Tagesevangelium verlesen, bevor Papst Leo XIV. das Wort auf Italienisch an die Gläubigen richtete. In seinem Abschlusssegen segnete das Kirchenoberhaupt die Ehen der anwesenden Brautpaare. Anschließend begrüßte er geladene Gäste, bevor der Moment kam, auf den Saskia und Philipp gewartet hatten. „Er hat jedem die Hand geschüttelt. Zu mir sagte er noch: „God bless you and your family”. Für mehr war angesichts der vielen Leute verständlicherweise keine Zeit.“ Andere Paare hätten dem Pontifex Geschenke mitgebracht. „Aber einen Ring Lyoner und eine Flasche Maggi in den Petersdom mitzunehmen, haben wir uns dann doch nicht getraut“, scherzt sie. 

Als sie gegen halb eins den Petersdom verlassen, sind es draußen schon 37 Grad. „Es war echt cool, wie viele fremde Leute auf dem Petersplatz uns noch zur Hochzeit gratuliert und sich mit uns gefreut haben.“  

Die Papstbegegnung hat für das Paar auch eine persönliche Bedeutung. „Papst Franziskus ist kurz vor unserer standesamtlichen Trauung gestorben. Wir sagen: Er war der Papst unserer Beziehung, Leo ist der Papst unserer Ehe.“ 

Insgesamt verbringen Saskia und Philipp zehn Tage Flitterwochen in der Ewigen Stadt. „Die Stadt hat eine große Bedeutung für uns. Warum sollten wir woanders hin?“ Auch nach drei Romwallfahrten gebe es noch viele Orte, die sie bislang nicht gesehen hätten. „Aber dieses Mal können wir es entspannter angehen.“ 

(uk) 

Elisabeth Lauderbach