Netzwerkkonferenz zeigte verschiedene Modelle auf - Landrat Hallerbach: Konkrete Angebote für ältere Menschen schaffen

Kreis Neuwied. (Foto: Julia Hinz / Kreisverwaltung Neuwied) - Wie können Menschen im Landkreis im Alter gesund, selbstbestimmt und möglichst wohnortnah leben? Mit Antworten auf diese Fragen beschäftigten sich in Linkenbach jetzt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des siebten Netzwerktreffens „Gesund älter werden im Landkreis Neuwied“, das erneut von der Koordinierungsstelle Gesundheitsförderung und Prävention des Gesundheitsamtes organisiert worden war.
In seiner Begrüßung hob Landrat Achim Hallerbach die Bedeutung einer aktiven Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des Alterns hervor: „Die Sorgen vieler älterer Menschen nehmen wir sehr ernst. Entscheidend ist aber nicht allein die gute Willensbekundung, sondern dass wir konkrete Angebote schaffen, die den Alltag wirklich erleichtern.“

Vorgestellt und diskutiert wurden unterschiedliche Wohnformen jenseits klassischer Altenheime. Dazu gehörten Informationen zu Kosten, Fördermöglichkeiten und individueller Beratung. Auch gemeinschaftliche Modelle wie das Projekt des Vereins „Gemeinschaftlich Wohnen Neuwied“ sowie barrierefreie Wohnungen und Übergänge in Wohngemeinschaften wurden erläutert. Ergänzend ging es um Angebote im Wohnumfeld, etwa Begegnungsorte, Mittagstische, Bewegungsangebote und die Unterstützung durch die Gemeindeschwesterplus.

Gesundes Altern braucht Planung und Vernetzung: Landrat Achim Hallerbach appellierte beim Netzwerktreffen ‚Gesund älter werden´, innovative Wohn- und Betreuungsprojekte im Landkreis Neuwied zu unterstützen. Foto: Julia Hinz / Kreisverwaltung Neuwied

„Gesundes Altern gelingt nicht von selbst. Es braucht persönliche Vorsorge und ein unterstützendes Umfeld“, stellte Rita Hoffmann-Roth von der Koordinierungsstelle Gesundheitsförderung und Prävention des Gesundheitsamtes fest. Neben Empfehlungen wie Bewegung, Ernährung oder sozialem Kontakt rückte vor allem das Thema Wohnen im Alter in den Fokus.
In diesem Zusammenhang gab Achim Krokowski in seinem Vortrag einen Überblick, welche Wohn- und Lebensformen im Alter möglich sind und welche Kosten dabei entstehen können. Zugleich zeigte er auf, welche finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten bestehen und wo Betroffene Beratung erhalten.
Dabei ging es insbesondere um Wege, die einen Umzug ins Altenheim vermeiden helfen und dennoch die notwendige Versorgung sicherstellen.
Vor diesem Hintergrund berichtete Hildegard Luttenberger, Initiatorin des Vereins „Gemeinschaftlich Wohnen Neuwied e.V.“, über die Entwicklung ihres Wohnprojekts mit 14 barrierefreien Wohnungen der GSG, von denen einige mit Wohnberechtigungsschein bezogen werden können. Darüber hinaus machte sie sich für das Konzept „Leben in Versorgungssicherheit“ stark, dass ein Verbleiben in der eigenen Wohnung bis zum Lebensende ermöglichen soll.
Kathrin Billmann war es wiederum vorbehalten, die Wohn-Pflegegemeinschaft in Rengsdorf vorzustellen, wo die Pflege von der Evangelische Sozialstation Straßenhaus übernommen wird. Im Gebäude finden sich weitere barrierefreie Wohnungen sowie gemeinsame Angebote. Dadurch sind fließende Übergänge zwischen verschiedenen Wohnformen möglich.
In Arbeitsgruppen wurden Bedarfe, persönliche Vorstellungen und positive Beispiele gesammelt. Die Referierenden waren sich einig: Eine frühzeitige Beschäftigung mit den eigenen Wohn- und Lebensvorstellungen ist entscheidend. Besonders bei gemeinschaftlichen Projekten sollten erste Überlegungen spätestens ab Mitte 50 beginnen.
„Wir verfügen im Landkreis über ein dichtes Netz an Fachkräften und Initiativen. Wenn wir dieses Wissen bündeln, können wir viel für ältere Menschen erreichen.“ hob Landrat Achim Hallerbach die Bedeutung des Netzwerks hervor.
Abschließend wies Landrat Achim Hallerbach auf die Notwendigkeit hin, die Ergebnisse der Konferenz weiterzutragen: „Gute Ideen müssen in die Praxis gelangen. Wir werden die Impulse aus diesem Treffen nutzen, um Angebote weiterzuentwickeln und neue Ansätze zu fördern.“
Die Koordinierungsstelle Gesundheitsförderung und Prävention wird die Erkenntnisse in die weitere Arbeit einfließen lassen und die Vernetzung im Landkreis weiter stärken.