Baumfällungen bei der Geschwister-Scholl-Schule sind Ergebnis einer schwierigen Abwägung
Bei jeder Baumaßnahme stellt sich die Stadt Neuwied schon im Planungsprozess stets die Frage, wie diese möglichst nachhaltig und klimaschonend umgesetzt werden kann. Grundsätzlich ist dabei klar: Sind vorhandene Bäume gesund, so wird versucht, diese in die Planung zu integrieren und zu erhalten. Leider ist das nicht immer möglich – so wie im aktuellen Fall der drei Platanen auf dem Schulhof der Geschwister-Scholl-Schule.
Die Heddesdorfer Grundschule hat schon lange mit den beengten Verhältnissen auf dem eigenen Schulhof zu kämpfen. Da dieser mit seiner Fläche von etwa 1.500 Quadratmetern für die 333 Schülerinnen und Schüler schlicht und ergreifend nicht genügend Raum bietet, müssen die Kinder in zwei getrennten Gruppen und zu verschiedenen Zeiten Pause machen.
.Auch der Vergleich mit anderen Neuwieder Grundschulen, wie der Sonnenlandschule – hier ist der Schulhof mehr als 1.000 Quadratmeter größer – macht deutlich: Die Geschwister-Scholl-Schule hat ein Platzproblem. Durch die Ganztagsbetreuung und die Einrichtung eines Familiengrundschulzentrums an der Geschwister-Scholl-Schule wird der Schulhof nicht nur in den Pausen, sondern als ganztägiger Bewegungs-, Lern- und Aufenthaltsraum beansprucht. Deshalb führte an einer Neugestaltung mit der klaren Zielvorstellung, den Wünschen und Bedürfnissen der Schüler so weit wie möglich zu entsprechen, kein Weg vorbei.
Dass die drei Platanen nicht in die Neugestaltung des Schulhofs integriert werden können und deshalb im Zuge der Arbeiten gefällt werden müssen, liegt in erster Linie daran, dass diese wegen der beengten Schulhoffläche während der Bauarbeiten nicht ausreichend geschützt werden können. Zudem kann die neue Raumaufteilung des Schulhofs ohne die Bäume effizienter gestaltet werden. So ist es möglich, aus dem begrenzten, vorhandenen Platz das meiste für die Kinder herauszuholen. Dabei ist eine Entnahme der mächtigen Platanen durchaus anspruchsvoll, zumal die Geschwister-Scholl-Schule auf dem Gelände des früheren Römerkastells Heddesdorf liegt. Deshalb unterliegen jegliche Erdarbeiten auf diesem Gebiet strengen Regularien. Die Baumaßnahme wird aus diesem Grund eng von der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) begleitet.
„Im Fall des Schulhofs der Geschwister-Scholl-Schule handelt es sich um einen klassischen Interessenskonflikt“, erklärt Oberbürgermeister Jan Einig. „Natürlich wäre es mir am liebsten gewesen, wenn wir die Platanen im Zuge der dringend notwendigen Neugestaltung hätten erhalten können und genau so sind wir auch an die Planung herangegangen. Leider hat sich dann aber relativ bald herauskristallisiert, dass das nicht funktionieren wird. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die Interessen der Kinder zu priorisieren.“

