Kirchbauverein Niederbieber lud zu Albert-Schweitzer-Vortrag ein
(Foto: Erhard Jung ) Weißhaarig, mit Schnauzer und Tropenhelm. Dieses Bild dürfte den meisten bekannt sein. Dass Albert Schweitzer allerdings nicht nur als „Urwald-Doktor“ große Bedeutung erlangte, sondern sein Leben und Wirken von weitaus mehr Aspekten geprägt war, konnten rund 80 Besucherinnen und Besucher bei einem Vortrag in der Evangelischen Kirche in Neuwied-Niederbieber erfahren. Professor Dr. Rüdiger H. Jung führte das Publikum durch die ereignisreiche Vita eines Mannes, der als Universalgelehrter und weltweit geachtete moralische Instanz gilt.
Arzt, Theologe, Philosoph – und Musiker. So erfuhr auch der Bach-Interpret Albert Schweitzer in der Veranstaltung eine besondere Würdigung: Die Organisten Annette Dames präsentierte an der Kirchenorgel Werke von Johann Sebastian Bach. Klangvolle Zwischenspiele und zugleich Einladung, das Gehörte einwirken zu lassen.
Denn Rüdiger Jung zeichnete ein detailreiches und umfassendes Bild des bedeutenden Denkers und Visionärs: die Kindheit im Elsass, Studienzeit, die Bedeutung seiner Frau Helene, die Idee in Lambarene eine Krankenstation zu gründen, sein Einsatz für Abrüstung und gegen Atomwaffen, der Friedensnobelpreis 1952 und schließlich seine universell gültige Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben, in die Schweitzer ausdrücklich alle Lebewesen einbezog.
Eingeladen zu dem Vortrag hatte der Kirchbauverein Niederbieber in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde anlässlich des 150. Geburtstages Albert Schweitzers. Der Eintritt war frei, dafür konnte sich der Verein am Ende über großzügige Spenden zur Unterstützung seiner Arbeit freuen. Und nach anderthalb Stunden dürften viele im Publikum die Kirche mit dem Eindruck verlassen haben: Albert Schweitzers Haltung zum Leben ist von bedrückender Aktualität und damit zugleich ein zeitloser Auftrag.
Führten mit Worten und Musik durch das Leben und Wirken von Albert Schweitzer: Annette Dames und Professor Dr. Rüdiger H. Jung. - Foto: Erhard Jung